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Posts mit dem Label "Wily Igel" werden angezeigt.

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 31 - Andreas Caminada

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"Jahaaa", dröhnte es mitten in der Altstadt von Jerusalem über meine Schulter. Und ich wusste, jetzt isses wieder so weit. Jetzt kommt wieder eine dieser Weisheiten. Wie nur er sie kann. Der Allroundexperte. So einen hat man in jeder Gruppe, die sich auf eine Stadtführung begibt. Leicht zu erkennen. Der Allroundexperte ist derjenige, der schon nach wenigen Minuten den Cityguide auf die Seite nimmt und beginnt, dem Guide dessen Stadt zu erklären. Warum es in jeder Gruppe immer nur einen davon gibt? Nie zwei oder drei? Keine Ahnung! Vielleicht hat es etwas mit der CSU und der Obergrenze zu tun? Dabei wäre es mit zweien entspannter, die können sich gegenseitig belehren. So dass der Guide Zeit für die Gruppe hätte. Zu behaupten, dass ich sehr neugierig auf die nun drohende neue Weisheit gewesen wäre, wäre sicherlich übertrieben gewesen. Bisher hatten wir uns so etwa in der Preislage der Aussage bewegt: "Jahaaa, Keilschrift! Ich sag immer: Keilschrift! Die muss man be...

Riesling Grand Cru Geisberg 2007, André Kientzler

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Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt Heute auf der Hebebühne: Riesling Grand Cru Geisberg 2007, André Kientzler, Bergheim Kientzler? Kientzler? War das nicht der Sozi, der zusammen mit Hauser im ZDF „frontal“ moderierte. So ein wenig wie Statler und Waldorf in der Muppet-Show? Oder – rein optisch – wie Saddam Hussein und der Klimbim-Opa in ihren jeweiligen Formaten? Nee, das war er nicht, der Kientzler. Das war Kienzle.

Koeffizienten der Sternelokale und Château Palmer 1999

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Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt Heute auf der Hebebühne: Koeffizienten der Sternelokale und Château Palmer 1999 „Wir müssen reden!“ Das ist einer der schlimmsten Sätze, die man in einer Beziehung so zu hören bekommen kann. Er verheißt nichts Gutes, eine Grundsatzdiskussion steht an. Die man gegen eine Frau natürlich nie gewinnen kann. Meist ist ja sowieso eher gemeint: „Ich will reden, Du musst zuhören!“ Und am besten genau das tun, was die Frau verlangt, sonst sieht es zappenduster aus. Also, liebe Sternelokale, stellt Euch jetzt mal vor, ich wäre nicht der gute alte Willi, sondern die sehr viel energischere, vielleicht auch leicht xanthippische Wilhelmine. Und die Wilhelmine, die sagt Euch jetzt: „Wir müssen reden!“ Über die Koeffizienten auf Euren Weinkarten! Die gefährden unsere Beziehung nämlich ganz gewaltig. Insbesondere könnte meine Liebe zu Euch gewaltig erkalten, wenn Ihr so weiter macht. Wir Frauen verstehen ja nicht viel von Mathematik. Aber für die Grundrechena...

Château d´Issan 1989

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Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt Heute auf der Hebebühne: Château d´Issan 1989  Als ich Anfang der neunziger Jahre durch das Bordelais stromerte und meine ersten besseren Flaschen einkaufen wollte, wussten die Winzer mir nicht recht zu sagen, ob sie mir eher den 1989er oder eher den 1990er empfehlen sollten. Beide seien ungefähr gleichgut, hieß es. Der eine Winzer bevorzugte den jüngeren Bruder aus seinem Keller, der andere eher den älteren. Die Weinkritik hat es in der Theorie dann schnell entschieden. Maryland Bob Parker und andere hoben den 1990er in den Himmel und vergaßen den ähnlich grandiosen Vorgänger darüber ein wenig. Nach vielen aufopferungsvollen Selbstversuchen kann ich heute sagen: Die Weinkritik war voreilig. Sicher, bei den Premiers Crus sind die 90er tatsächlich etwas besser geraten. Aber in der zweiten Reihe sieht das ganz anders aus. In St.-Julien stehen Talbot, Gruaud und Gloria 1989 mindestens auf dem Niveau der 1990er, in St.-Estephe bleibt der 1989er ...

Château Sociando Mallet 1998

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W eh- W eh- W eh W illis W ein W erkstatt Heute auf der Hebebühne: Château Sociando Mallet 1998 Heute war es mal Zeit für einen meiner Lieblinge: Sociando Mallet. In guten Jahren wie 1990 oder 2000 qualitativ lässig auf dem Niveau besserer Grands Crus, preislich aber erfreulich weit unterhalb der Schmerzgrenze. Das schlägt sich in der Einkaufspolitik nieder; im Keller habe ich eine ganze Familie Sociandos wohnen, die sich dort recht wohl fühlen und immer wieder mal Junge kriegen. Der 1998er gilt innerhalb der Familie nun allerdings als das Sorgenkind. Ein Rauhbautz, immer ein wenig ruppig unterwegs, während seine Brüder und Schwestern doch eher mit vornehmer Eleganz und viel Charme auftreten. So zückt Parker gerade einmal 88 Punkte und auch die Kölner Seilschaft hatte 2005 im Schnitt nicht mehr für den Wein übrig – rief ihm gar noch hinterher, er solle sich mal ein paar Jahre nicht blicken lassen und erst einmal etwas erwachsener und reifer werden.