Freitag, 31. Dezember 2010

Lamm, Granatapfel und Linsen



Ohne Sahne schmeckt die Sauce nicht?
Fleisch und Milch zusammen gehen nicht in der jüdischen Küche. Denn „ein Zicklein darf nicht in der Milch seiner Mutter gekocht werden“ (5. Buch Moses 14, 21). Das heißt aber auch, Fleisch oder Geflügel  nicht in Butter anbraten. Hat natürlich jede Menge Vorteile für die Figur, wenn schon mal die Dickmacher wegfallen. Fleisch was verwendet wird, muss geschächtet sein und Schweinefleisch ist natürlich auch tabu. Fisch geht immer und mit allem, wenn er gleichzeitig Schuppen und Flossen hat. 


Apropos Fisch:
Kommt ein Jude an die Wursttheke und sagt: "Ich hätte gerne von dem Fisch dort." Sagt der Verkäufer: "Mein Herr das ist ein Schinken."  " Hab´ich gefragt wie er heißt, der Fisch."
Hat mir mal ein Jude erzählt, auf meine Frage hin, wie das den sei mit Koscher essen und bei uns einkaufen.


Ihr habt es längst gemerkt, Tobias hat mal wieder zu einem Event aufgerufen. Dieses Mal geht um die Israelische Küche. Da es diese kaum gibt, durch die vielen Einwanderer aus aller Welt, hat sich das natürlich auch in der israelischen Küche bemerkbar gemacht. Es gibt Urdeutsche Rezepte, Arabische, Polnische und alles hat sich in Israel vermischt oder weiter entwickelt. Die Regeln der jüdische Küche sind aber für alle gleich und gehorchen unter anderem den o.g. Gesetzen und noch vielen vielen mehr, die ein ganzes Buch füllen. 





Mein Beitrag zum Israel Event:


Lamm, Granatapfel und Linsen


4 Lammfilets, frisch 
1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt
20 Körner getrockneter grüner Pfeffer
2 Zweige Thymian, gewaschen und gezupft
2 El. Olivenöl
Öl zum braten


2 Thymianzweige
1 Zweig Bohnenkraut
1 EL Pinienkerne in der Pfanne geröstet 
3 El Granatapfelkerne, ca. 1 halber Granatapfel
200 ml Kirschsaft
1 EL Speisestärke
2 EL Grenadinesirup
Salz


Linsen
100g Grüne Berglinsen, Puy
500ml Gemüsefond
1 Schalotte gespickt mit
2 Gewürznelken
1 Lorbeerblatt.

2 Frühlingszwiebeln, fein gehackt
2 El getrocknete Granatapfelkerne, alternativ gehackte getrocknete Cranberries
2 El Sesamöl
1 Tl Honig
1/2 Tl Honigsenf
1 El Weißweinessig

Salz und Piment d´Espelette


2 El Pinienkerne,


Etwas Thymian zur Deko


Fleisch
10 Pfefferkörner mit 2 El. Öl und den gezupften Thymianblättchen, sowie den Knoblauch im Mörser zerstoßen. Die Lammfilets waschen, abtrocknen und parieren. Lammfilets mit der Marinade einreiben und in einer Plastiktüte 30 Minuten marinieren lassen. Backofen auf 60°C vorheizen.  Fleisch mit Küchenpapier abtupfen und in rauchendem Öl von jeder Seite 30 Sekunden kross anbraten. 10 Minuten im Backofen ziehen lassen.


Sauce
Stärke in etwas Kirschsaft kalt anrühren. Den restlichen Kirschsaft mit den Kräuterzweigen, Grenadine und den restlichen Pfefferkörnern aufkochen, Stärke einrühren noch einmal aufkochen und dann auf kleiner Hitze 10 Minuten ziehen lassen. Vor dem Servieren durch ein feines Sieb geben.


Linsen
Die Linsen unter fließendem Wasser kurz abspülen und in 500ml Gemüsefond, der gespickten Schalotte und dem Lorbeerblatt 20 Minuten bissfest garen. Getrocknete Granatapfelkerne die letzten 3 Minuten mit kochen. In der Zwischenzeit aus den restlichen Zutaten eine Vinaigrette rühren. Linsen abgießen. Vinaigrette unterrühren. Mit Salz und Piment d´Espelette abschmecken.


Pinienkerne in der Pfanne goldgelb rösten. Thymian in feine Spitzen zupfen. Lammfilet einmal schräg anschneiden und mit den Linsen auf Tellern anrichten. Die Teller mit den gerösteten Pinienkernen und den Thymianspitzen bestreuen.





Mit diesem Rezept wünsche ich allen einen guten Rutsch in das neue Jahr. (Der Ausspruch hat seinen Ursprung im übrigen aus dem jüdischen. Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch haSchana (hebr: Kopf des Jahres) zu dem sich jiddisch sprechende Juden ein "Gut Rosch" wünschen.) In diesem Sinne bis zum nächsten Jahr.

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