Freitag, 29. Juli 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 28 - Guy Savoy





Wenn man einmal der Beste war, ganz vorne war, der Erste, ganz oben, was kann dann noch kommen? Das Problem kennt man aus dem Sport, wo das Lebensalter verhindert, dass man auf ewig an der Spitze bleibt. Und dann sieht man das Bobele, längst so aus dem Leim (oder muss es in diesem Falle heißen "aus dem Leimen"?) gegangen, dass die Verkleinerungsform entfallen muss und man besser vom "Bobs" spräche. Bei Pokerstars.de gibt er den Pausenclown. Wenn er nicht gerade in irgendeiner Besenkammer sein Sperma longline und unerreichbar versenkt. Während Lothar Matthäus, der ja gerne unter dem Künstlernamen EIN Lothar Matthäus auftritt, inzwischen auf Sky die englische Sprache so vergewaltigt, dass man ihm schon eine gewisse Mitschuld am Brexit zuschreiben dürfte. Ob er sich dort one Lothar Matthäus nennt? Beiden ist gemein, dass sie weder als Kommentator, noch als Pokerspieler je wieder der beste der Welt sein dürften. Der Bobs kann vielleicht als Trainer von Djokovic glänzen, doch ist das abgeleiteter Ruhm und dürfte es ihn täglich wurmen, dass er selbst nicht mehr auf dem Platz steht, nicht mehr die Pokale bekommt.


Auch in der Politik kennt man das Phänomen. Machtverlust, nicht mehr der Erste sein, der Präsident, der Kanzler. Es gibt unterschiedliche Bewältigungsmechanismen. Der eine wird Zeitungsherausgeber, erklärt ganz genau, was seine Nachfolger falsch machen, immer mit dem Unterton, das dumme Volk hätte es ja auch besser haben können, hätte man ihn doch an der Macht gelassen. Dazu schreibt er Bücher ähnlichen Inhalts, schwingt das Weihrauchfass um sich wie ein Hammerwerfer das Sportgerät, was am Ende darin gipfelt, dass er sich herausnimmt, als einziger im Lande die bestehenden (Weih-)Rauchverbote nicht zu akzeptieren. Jedes Jahr gabs obendrein noch einen Preis fürs Älterwerden, schon erstaunlich, wie man dann doch wieder zur Ikone werden kann, allein dadurch, dass man am Leben und irgendwie sichtbar bleibt. Der andere findet sich leichter mit dem Bedeutungsverlust ab, geht sich in Russland, tja, wie vermeide ich jetzt den Ausdruck "prostituieren", wenn ich beschreibe, wie einer für den schnöden Mammon bereit ist, undemokratischste Strukturen zu verherrlichen? Der dritte trägt in Interviews noch immer seine alten Kämpfe mit den Medien aus, ist auch im Alter nicht bereit, für alle anderen klar erkennbare Fehler seiner monumentalen Amtszeit einzuräumen. Und macht sich mit dieser Unsouveränität und "Ehrenworten" so lange kleiner, bis auch die eigentlichen Leistungen der Amtszeit verblassen.

Aber schon vor dem Verlust der Spitzenposition stellt sich eine ähnliche Frage. Was motiviert den, der ganz oben angekommen ist, alles geschafft hat, eigentlich dazu, immer wieder dafür zu kämpfen, an der Spitze zu bleiben? Wenn etwa ein Snookerspieler ein "maximum break" hingelegt hat, ein perfektes Spiel, was treibt ihn, das wieder und wieder zu versuchen, nochmal und nochmal das maximum break zu schaffen? Besser als er beim ersten perfekten Spiel war, kann er nicht mehr werden. Wie motiviert man frisch gebackene Weltmeister, sich nun auch noch um den schnöden Titel des Europameisters zu balgen? Warum soll sich Manuel Neuer für den gefühlt zwanzigsten Titel als Deutscher Meister anstrengen? Und was kann für Frau Merkel noch kommen, was sie nicht schon gehabt hat? Wie stark muss dieser Antrieb bei Sportlern sein, ganz vorne zu bleiben, wenn ein Ole Einar Björndalen mit 42 Jahren verkündet, bis zu den nächsten Winterspielen werde er wohl noch machen. Auch wenn die Luft dünner wird, die Niederlagen sich häufen, der Biss ist noch immer da. So wie auch in der Politik kaum einer die Kraft hat, ohne Zwang aus dem Amt zu scheiden. Ein Helmut Kohl mag als Paradebeispiel herhalten, der 1998 in einen völlig aussichtslosen Wahlkampf ging. Bis heute ist ungeklärt, ob er wirklich glaubte, dass er ein besseres Ergebnis (bzw. ein weniger schlimmes) würde erzielen können als alle parteiinternen Alternativkandidaten oder ob er einfach nicht loslassen konnte. Oder beides.

Freitag, 10. Juni 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 27 "Le Pré Catalan"



"Lass Dich umarmen", rief mir der Mann vom Nebentisch unvermittelt zu. "Häh?" dachte ich nur. Dann klärte sich das. Der Herr hatte mitbekommen, dass ich dem Maître des Pre Catelan gesagt hatte, ich sei Deutscher. Nun werden Deutsche ja selten ihrer Nationalität wegen umarmt, aber dieser Franzose war armenischer Abstammung, das raunte er freudestrahlend herüber, und es war der Tag der Bundestagsresolution zum türkischen Völkermord an den Armeniern. Aus der Sicht des Herrn am Nachbartisch hatten unsere Abgeordneten alles richtig gemacht und zum Dank hatte ich keine zwei Minuten später ein Glas 2008er Gimmonet vor mir stehen.

Das war der Moment, in dem der Putzlumpen das Lokal betrat. Der Putzlumpen, tja, das war einer, so um die 60 Jahre alt, in ein Jackett gewandet, in dem unterschiedliche, jedoch gleichermaßen häßliche Brauntöne um die optische Lufthoheit kämpften. Was per se schon gruselig genug anzuschauen war. Durch die Textur des Textils, so irgendwo zwischen Aufnehmer und Fußabtreter gewann die Sache aber durchaus noch einmal an Schrecken hinzu. Der Putzlumpen befand sich in Begleitung einer maximal Zwanzigjährigen. Im eleganten Abendkleid, das komplett mit Pailletten besetzt war. Wobei "komplett" das klingt jetzt nach Unmengen, doch war da gar nicht sooo viel zu verpaillettierender Stoff, als dass die Paillettenindustrie an der Herstellung der Textilie hätte maßgeblichen Aufschwung nehmen können.

Nun ja, Länder, Völker, Vorurteile, das waren Bilderbuchrussen, beschloss ich für mich. Und sah mich bestätigt, als die beiden am Nachbartisch Platz nahmen und in russischer Sprache das Menü zu diskutieren begannen. Dann fragte der Putzlumpen doch glatt den Sommelier, ob noch von dem 1982er Figeac im Keller sei, den er beim letzten Mal gehabt hatte. Der sei doch ganz annehmbar gewesen. Wie bitte? Der Mann kann doch nicht so angezogen sein und dann etwas vom Wein verstehen? Wenigstens ein Vorurteil widerlegt? Nein, keine Sorge! Denn nachdem der Sommelier verlauten lassen hatte, der Figeac sei leider aus, fragte der Putzlumpen als nächstes, ob er statt dessen den Petrus nehmen solle. Allerdings nur, falls das ein Rotwein sei, Weißen möge er nicht. Ja, doch, das sei schon ein Roter, meinte der Sommelier ungerührt, doch empfehle er zum ausgewählten Menü eher den Gazin. "Welchen der beiden Jahrgänge denn? wollte der Putzlumpen wissen, "welcher ist besser, 2005 oder 2007?". "2007 ist derzeit sehr schön", lächelte der Sommelier, "und kostet ja auch nicht mehr als 2005". Deal!

Mittwoch, 1. Juni 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 26 "Lameloise"




Der Gysi hat angefangen. Rülpste der doch schon vor dem Parteitag seiner Linken in die Mikrophone, es gehe nicht an, dass die AfD der Linkspartei die Wähler wegnehme: „Wir können doch nicht zulassen, dass die Armen, Ausgegrenzten und Frustrierten jetzt die Rechten wählen.“ Wobei er in der Aufzählung glatt noch die Asozialen und die Zuschauer von RTL 2 vergessen hat – obwohl das nun eigentlich wieder dasselbe ist. Jedenfalls tritt der Gysi plötzlich auf, als wären die Stimmen all dieser Zielgruppen Privateigentum der Linken. Die ja per se gegen Privateigentum ist. Insofern kann man die Linken vielleicht mit dem Argument trösten, die Stimmen der Asis würden jetzt einfach vergesellschaftet?

Ist schon bitter, da erzählt man als Linker den Verlierern im Osten über Jahrzehnte, sie seien gar nicht selbst für ihr Loserdasein verantwortlich, die Schuld habe der Turbokapitalismus und der Westen, der alles platt gemacht habe, und die unfähige Bundesregierung und überhaupt. Und dann kommt einfach eine AfD aus der Kanalisation hochgekrochen, eignet sich die mühsam gestrickte Legende an und setzt noch eine Ausbaustufe drauf, nur leicht moduliert, indem man der Liste der exogenen Faktoren für das Elend der Neufünflandianer einfach noch die im Osten bekanntermaßen gar nicht vorhandenen Ausländer hinzufügt. Tja, liebe Linkspartei, habt Ihr einfach nur vergessen, Euch auf die eine oder andere Hetzparole ein Copyright eintragen zu lassen? Oder habt Ihr das sogar und ist die AfD eine Art Raubkopie? Halt keine Schwarzpressung, sondern eher eine Braunpressung? Oder stimmt dann doch, was der Stoiber schon vor Jahrzehnten in eine Fernsehkamera gestammelt hatte, dass nämlich auch die Nationalsozialisten in erster Linie Sozialisten seien? Historisch wäre das zumindest für das dritte Reich wenig belegbar, wo die Nazis ja die gesamte Linke bis hin zu den Sozialdemokraten bitter bekämpft haben. Andererseits kämpfen die Lafontaines und Ramelows manchmal auch mehr gegen die SPD als gegen die AfD, insofern passts fast wieder. Aktuell kann man ohnehin sagen, dass sich die Erfolgsrezepte der Linken und der AfD im Osten schon gewaltig ähneln, auch wenn die AfD dem allgemeinen Schatzkästlein der landsmannschaftlichen Götter- und Heldensagen des Ostens als zusätzliche Würze gerne noch eine dicke Messerspitze Menschenverachtung beimischt. Im Osten ziehts, zumal, das hat der Stoiber 2002 ausnahmsweise mal zutreffend in die Welt gestottert, die wesentlich klügeren Bevölkerungsteile ja im Süden wohnen, in Bayern.


Aber zurück zum Gysi! Lieber Gregor, wenns so ist und die AfD Deinen Laden nur kopiert, warum imitiert Ihr dann jetzt umgekehrt die AfD? Denn die Kiste mit der Torte ins Gesicht der Parteiführung, die hat ja nun ganz eindeutig die AfD erfunden. Ist ein probates Mittel, um eine bessere Mediencoverage der ansonsten eher langweiligen Parteitage herbeizuführen. Aber nachdem die Störchin ihre Braunwälder Kirschtorte erst vor wenigen Wochen auf den Schnabel bekommen hatte, so kurz danach die Wagenknecht ebenfalls mit Süßkram bewerfen zu lassen, das ist doch phantasielos. Als nächstes kommt Ihr von der Linken noch um die Ecke und erzählt, die Merkel sei zwar als Kanzlerin durchaus angesehen, aber als Nachbarin wolle die trotzdem keiner haben.

Der Igel zieht die Konsequenz und sucht sich aus gegebenem Anlass sicherheitshalber lieber gleich einen Nachbarn, von dem er sich gerne mit Süßkram bombardieren lassen würde. Also bin ich neben dem "Lameloise" eingezogen. Das heißt nur noch so, nach dem langjährigen Inhaber und Chefkoch, in Wahrheit steht da längst Eric Pras am Piano. Aus dessen Küche kommen zuverlässig mit die besten Desserts der französischen Spitzengastronomie. Und wenn ich mir die schon servieren lasse, dann nehme ich vorweg gerne auch noch den Rest des Menüs, man gönnt sich ja sonst nichts. Aber der Reihe nach! Ich fang mal vorne an, gaaanz vorne, also nicht bei den Amuses, sondern historisch:

Freitag, 6. Mai 2016

Tomate Mozzarella Reloaded



Honig-, San Marzano- und Kumatotomaten. Dazu selbstgemachte Mini-Burrata und Basilikumöl. Angegossen mit (fast) klarem Tomatensaft.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 25 "Plaza Athene"



Das Trumpeltier hat es also geschafft. Nur ein Wunder kann noch verhindern, dass der Mann die Republikaner als Spitzenkandidat in die kommende amerikanische Präsidentschaftswahl führen wird. Ich habe gerade eine Woche lang die Vorwahlshow in den USA verfolgt. Fazit: Wir haben es hier in Deutschland noch wirklich gut. Wenn irgendeine deutsche Partei jenseits der Primaten von der AFD es sich erlaubte, einen Spitzenkandidaten mit solchen Aufführungen vor das Volk zu stellen, wie sie Trump, Clinton, Cruz, Kasich regelmäßig abliefern, diese Partei würde ausgelacht und mit Steinwürfen, Mistgabeln, Teer und Federn vom Hof gejagt. Bernie Sanders ist aus der gesamten Kandidatenriege der einzige, der halbwegs sagt, was er glaubt und der mehr will als einfach nur Präsident zu sein. Schon deswegen hat er keine Chance.

Frau Clinton hingegen, oh Gott, ich denke nur an ihren Auftritt nach dem Sieg bei den Vorwahlen in New York. Sie tritt vor die Menge, deutet mit zwei pistolenartig ausgestreckten Zeigefindern auf einen imaginären Freund im Publikum, reißt dabei den Mund kilometerweit auf, zum maskenhaften Grinsen verzerrt, Kopf nach vorne geworfen, wie ein Teeny beim Schülertheater. Bei einer Frau im Großmutteralter wirkt die Pose mehr als lächerlich. Dann purzelt der erste, komplett inhaltsleere Satz aus diesem Mund, das Jubelvieh im Hintergrund unterbricht sofort mit dem geschuldeten Beifall, woraufhin Clinton ihren inhaltsleeren Satz mit heftigem, schleudertraumaträchtigem Kopfnicken unterstreicht. Das wiederholt sich noch mindestens fünfmal. Wenn Angela so etwas aufführte, würde sich zweifelsohne alsbald die eine oder andere Sterbehilfebewegung mit einschlägigen Zyankaliangeboten bei ihr melden.

Trump hingegen beleidigt erst einmal seine Mitbewerber "Lying Ted" (Cruz) und "Crooked Clinton". Stimmt zwar beides, macht man aber nicht, wenn man Stil hat oder wenn man gar Präsident seines Landes werden will. Trump drückt sich dann zwar nicht um Inhalte, redet aber unfassbaren Schwachsinn. Obamacare werde abgeschafft, weil die Eigenbeiträge der Bürger zu teuer geworden seien und die Leistungen nicht ausreichten. Statt dessen solle etwas Neues geschaffen werden (was?), das bessere Leistungen biete und keine Eigenbeiträge koste. Gegenfinanzierung??? Wer wird sich denn mit solchen Kleinigkeiten aufhalten? Das ist nicht teuer, denn das bezahlt ja der Staat! Weswegen Trump das Geld auch an anderer Stelle reichlich ausgeben will. Das Militär soll wesentlich besser ausgestattet werden, damit die USA Weltmacht Nummer eins bleiben. Die Kriege von Obama/Clinton gegen den Irak und Afghanistan waren zwar falsch, doch jetzt gegen ISIS, da müsse man dringend ins Feld ziehen. Und neue Arbeitsplätze, ja die gibts auch, denn "hier auf der Bühne, direkt hinter mir da stehen einige der größten Wirtschaftskapitäne des Landes, die wissen, wie man das macht, mit denen zusammen werde ich das im Handumdrehen regeln". Let´s make America great again!

Cruz spielt mit seinen erzkonservativen Inhalten knapp oberhalb der Nazi-Liga, Kasich verkündet immer wieder, er müsse Kandidat werden, weil er ganz Amerika hinter sich scharen könne. Er lässt sich nicht wesentlich davon beeindrucken, dass ihm das in den Vorwahlen noch nicht einmal mit den republikanischen Wählern gelungen ist. Armselig.

Und dann kommt Bernie. Beschreibt nüchtern die soziale Krise der USA, nennt sich Sozialist, wäre bei uns aber noch deutlich konservativer als die Union, will letztlich nicht viel mehr als erstmals in der Geschichte des Landes eine Art Sozialstaat einzuführen und endlich die Praxis zu beenden, dass sich die Großunternehmen der USA politischen Einfluss kaufen. Er kämpft wacker. Gegen das fast komplette Establishment seiner Partei - die nicht durch Vorwahlen vergebenen sondern aus dem Parteiapparat nominierten "Superdelegates" für den Wahlparteitag stehen zu 90 Prozent auf Seiten Clintons. Und er predigt gegen den politisch-wirtschaftlichen Komplex - er finanziert sich durch Kleinspenden, Hillary lebt von Großspenden. 70 Prozent der jungen Leute stehen auf der Seite dieses alten Mannes. Er rettet ein wenig die Ehre der nach Österreich zweitdümmsten Demokratie der Welt.

58 Prozent der Amerikaner sind dagegen, dass Clinton Präsidentin wird. 64 Prozent sind gegen Trump. Was ein Fest, wenn die beiden sich zur Wahl gegenüberstehen werden. Vielleicht sollten sie heiraten und als Team antreten, zur neuen Parteihymne Thats why the Lady is a Trump. Alternativ ginge natürlich auch "Wir sind die Trumps, Trumps, Trumps us de Palz, uns steht des Wasser immer bis zum Hals", schließlich stammt der Mann aus Kallstadt.

Wie komme ich jetzt vom Trump auf den Ducasse? Denn über den wollte ich ja eigentlich schreiben. Die haben nur wenig gemeinsam. Beides Großunternehmer. Beide sehr erfolgreich. Beide geschickt im Umgang mit den Medien. Doch schon bei der Frisur hören die Gemeinsamkeiten irgendwie auf. Und kochen kann der Herr Ducasse sowieso besser, auch wenn er längst kochen lässt und nicht mehr selbst am Herd steht. In seinem Pariser Prestigehaus, dem Plaza Athene erledigt das derzeit Romain Meder.

Dienstag, 3. Mai 2016

Apfelblüten


Was dem Japaner seine gesalzenen Kirschblüten, sind dem Rheinländer seine Apfelblüten. Vorsorge für Herbst und Winter treffen.
Da an dem Baum noch einige Blüten hängen, harre ich mal der Dinge die dann hoffentlich im Herbst reichlich kommen werden. Bis dahin ist mir bestimmt ein Rezept eingefallen, in dem ich Äpfel und Apfelblüten zusammen sinnvoll verwenden kann. Dafür werden die Apfelblüten gewaschen leicht getrocknet und dann mit Salz in ein Weckglas gegeben.

Montag, 2. Mai 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil24 "Aqua"



Hohn und Spott habe ich aus großen Kübeln ausgegossen über Francois Hollande. Nur weil der arme, mit seinem Beruf vollkommen überforderte Mann bei der Erfindung der gefühlt vierhunderttausendsten neuen Sozialleistung seiner Amtszeit den staunenden Journalisten gesagt hatte: "Das ist nicht teuer, denn das bezahlt ja der Staat." Inzwischen bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Weil der Morbus Hollande ansteckend ist und längst auch der Draghi in ähnlichen Kategorien denkt. Der versucht uns mit seiner Europäischen Zentralgang Angebote zu machen, die wir nicht ablehnen können. Die N´Draghieta will Helikoptergeld über uns abwerfen, jeder kriegt einfach ein paar Tausender in die Hand und - plumps - sind wir alle reich. Das Märchen vom Sterntaler, es wird nur glauben, wer tief genug ins Glas geschaut hat und darüber vergisst, dass die Wertschöpfung im Euroraum durch Geldabwurf nicht zwingend steigt, so dass ein Einbruch des Eurokurses und reichlich Inflation die Folge solcher Hubschrauberflüge wären. Wir haben dann zwar mehr Geld, können uns aber nicht mehr dafür kaufen. Höchstens die Exportchancen steigen ein wenig, wegen der schwächeren Währung. Briefkästenexporte nach Panama sind schon heute ein Schlager. Wie hat schon der Beckenbauer gesagt - wenn jeder lange genug mit dem Hubschrauber über Katar fliegt, ist er irgendwann weit genug abgehoben, um die Armen und die Zwangsarbeiter nicht mehr zu sehen. Oder so. Das weiß man, das ist bekannt.

Auch unser Siggi Flop aus dem Wirtschaftsministerium hat den Knall nicht gehört, der hat ihn selbst. Jetzt will er Prämien für den Ankauf von Elektroautos verteilen. Auch dafür hat der Staat plötzlich jede Menge Geld, wahrscheinlich von Schäuble persönlich irgendwo zufällig unter einem Hubschrauber aufgefangen. Aber der eigentliche Brüller ist ja, dass auch die Autoindustrie selbst eine Prämie zahlen soll. Jetzt bin ich aber gespannter als die Beziehung zwischen dem ZDF und Herrn Erdogan, woher die Autoindustrie das Geld wohl nehmen wird. Ob die an die Boni der Vorstände rangehen? Eine der Privatvillen vom Piech verkaufen? Ihren Aktionären (also auch wieder dem Piech) geringere Dividenden zahlen? Ehe der geneigte Leser sich vor lauter Lachen zu tiefe Furchen in die Schenkel schlägt, will ich noch eine vierte, sicherlich völlig illusorische Variante ins Spiel bringen: Die Autobauer könnten ja auch einfach einen Preis auswerfen, der 2000 Euro über dem normalerweise geforderten Tarif liegt - und dann mit der rechten Hand großzügig die 2000 Euro wieder herschenken, die sie mit links kassiert haben. Ohne dass die Frau Klatten oder der Herr Winterkorn auch nur einen golden Wasserhahn in ihrem Drittpalast auf Cap Ferrat abmontieren müssten. Mein Autohändler gibt mir beim Neuwagenkauf sowieso immer 4.000 bis 5.000 Euro auf den Listenpreis, den wahrscheinlich längst niemand mehr zahlt. Wie soll in diesem Gefüge denn irgendwer noch feststellen, ob die Autoindustrie in ihrer Preisgestaltung umschichtet und die Gewinnspanne auf E-Autos absenkt? Und dafür die Gewinnspanne auf Benziner erhöht.

Ob die europäische politische Klasse zu lange unter dem Auspuff eines Dieselgolfs gelegen hat? Oder ob hier einfach nur eine Testreihe läuft, bis zu welchem Punkt wir uns veralbern lassen? Der Igel wäre nicht der Igel, wenn er nicht ganz persönlich nach Wolfsburg zur Außenrecherche aufgebrochen wäre. Um mal in die Auspufftöpfe des Aqua zu schauen.


Dienstag, 26. April 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 23 Restaurant "Überfahrt"




Wenn es dem Igel zu wohl wird, geht er auf Reisen. Sind ja nur neun Stunden Flug bis Peking. Bei der Landung wurde ich gleich von wunderbarstem chinesischem Nebel umfangen. Und dankte der guten Grundausbildung, die ich bei der China-Reise 2008 von der Reiseleiterin Frau Li erhalten hatte. Sonst hätte ich den Nebel glatt für Smog gehalten. Doch Frau Li hatte mir erklärt, dass das, was so täuschend echt wie braun-grauer Smog aussehe, in Chine grundsätzlich Nebel und damit ein ganz natürliches Phänomen sei, selbst wenn gar keine Gewässer in der Nähe seien, von denen Nebel hätte aufsteigen können. Aha! Dummerweise scheinen die Chinesen in den letzten acht Jahren komplett verblödet zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum im Flugzeug von Air China bei jeder einzelnen Turbulenz immer wieder durchgesagt werden musste, dass das eine Turbulenz sei und man sich nun wieder auf seinen Platz zu begeben habe, weil die Anschnallzeichen erleuchtet seien. Was spricht eigentlich dagegen, beim ersten Mal gleich mit durchzugeben, dass das für alle weiteren Fälle von Turbulenzen während des Fluges weiterhin Gültigkeit habe? Es sei denn, die Gelbhäute hätten das Gedächtnis einer Stubenfliege und bräuchten alle fünf bis zehn Minuten eine intellektuelle Auffrischungsimpfung. Dann isses ja gut, dass sie nicht selbst fliegen können, sondern dazu eine Boeing brauchen, sonst würden sie wahrscheinlich alle zwei Sekunden mit dem Schädel gegen das Wohnzimmerfenster donnern.

In die gleiche Richtung geht der sicherlich wertvolle, in seinem Informationsgehalt jedoch eher übersichtliche Hinweis, der am Flughafen Peking am Ende eines jeden Laufbandes von einer quietschigen Computerstimme übermittelt wird - dass nämlich das Laufband nun gleich zuende sei. Entweder gibt es hier einen überproportional hohen Anteil von Blinden oder einen extrem überproportional hohen Anteil von Bematschten. Dass Letzteres die wahrscheinlichere Lösung ist, belegt eine Aufzugfahrt. An jedem einzelnen Aufzug ist ein Schild angebracht, dass man sich die Finger klemmen könne, wenn man sie zwischen die sich schließenden Aufzugtüren brächte. Da dieses Schild nicht in Braille gedruckt ist, muss die fürchterliche Schlussfolgerung gezogen werden, dass es sich nicht um einen Hinweis für Blinde handelt, die nicht sehen können, dass da eine Tür ist, sondern dass die durchschnittliche Intelligenz von Chinesen es schlicht nicht erlaubt, diese extreme Gefahr ohne fremdes Zutun zu erkennen. Auch wird hier die Stubenfliegenvermutung erhärtet, denn wer sich das vom ersten bis zum zweiten Aufzug nicht merken kann, dürfte ein Gedächtnis haben wie mehrere Siebe. Oder gibt es in China Aufzüge, bei denen es aus unerfindlichen Gründen nicht möglich ist, sich die Finger zu klemmen? So dass nur bei den anderen auf die drohende Gefahr hingewiesen werden muss? Und der durchschnittliche Chinese sich beim Betreten des Aufzugs erst einmal informiert, ob dies einer mit Klemmmöglichkeit sei oder nicht?


Zurück zum Laufband. Hier ist nicht einmal klar erkennbar, welch grausames Ungemach demjenigen droht, der das Ende des Laufbands weder sieht noch davon durch computerisierte Unterrichtung erfährt. Eventuell würde er, das hängt jetzt wieder von der individuellen Intelligenz ab, ein deutliches Absinken der Reisegeschwindigkeit wahrnehmen. Auf das dann durch eigenständiges Laufen souverän reagiert werden könnte. Sollte diese Erkenntnis nicht gelingen, wären Auffahrunfälle auf den am Ende des Laufbandes Festgefrorenen die wahrscheinliche Folge. Die wiederum zu einer erfreulichen Neubelebung des Reisetempos führen könnten, etwa im Sinne des Managerspiels, wo die auf die Kugelreihe am einen Ende aufprallende Kugel ihre kinetische Energie durch die gesamte Kugelreihe hindurch an die letzte Kugel weitergibt die dann im hohen Bogen davonfliegt. Und um Flugreisen gehts doch am Airport, oder?



gefährliche Rolltreppe - please take care of the children away from the step edge!

Also Hut ab vor dem chinesischen Impetus, sich auf den langen und steinigen Weg zu begeben, die Bevölkerung vor allen denkbaren Lebensrisiken zu warnen, bis man vor lauter Warnhinweisen keinen einzigen davon mehr wahrnehmen kann. In dieser Disziplin sind die Chinesen mit lässiger Eleganz am Amerikaner vorbeigezogen und lassen uns in gleicher Marschrichtung aufgebrochene Deutsche nur noch aus der Ferne den Staub ihrer Füße auf dem langen Marsch zur Perfektion erahnen - wobei sie uns wahrscheinlich versicherten, es handle sich nicht um den in China prinzipiell nicht vorkommenden Staub, sondern um ganz natürlich auftretenden Nebel.


Wertvollere Informationen, wie etwa diejenige, von welchem der zahlreichen Terminals des Flughafens Peking welche Anschlussflüge abgehen, werden hingegen als geheime Kommandosache behandelt. Man erhält diese weltexklusiv nur am jeweiligen Terminal. Wenn man wie ich drei Stunden Umsteigezeit hat, ist es weniger problematisch, die Terminals der Reihe nach abzuklappern und dann irgendwann Glück zu haben. Wer in Eile ist, dürfte sich im Zweifel nicht besonders gut beraten fühlen. Gäbe es in China nicht per definitionem weder Staub noch Sand, könnte man den Flughafen für eine Servicewüste halten. Zumal das Problem noch dadurch verschärft wird, dass der Shuttlezug zwischen den Terminals nicht an allen Terminals hält, so dass manche entweder gar nicht oder nur auf noch geheimeren Wegen erreichbar sein dürften.


Irgendwie gelang es mir dann aber doch noch die richtigen Anschlussflieger zu bekommen und in Nanjing zu landen. Ich kann mich nicht ganz entscheiden, ob das dort die redensartlichen wolkenbruchartigen Regenfälle oder nicht vielleicht regenfallartige Wolkenbrüche sind. Jedenfalls ist das vom Himmel fallende Wasser braun. Was sicher nichts mit etwaigem Smog zu tun hat, sondern wahrscheinlich nur eine optische Täuschung ist.

A propos braun. Ich wusste gar nicht, dass es so wie Rauchglas auch Rauchplexiglas gibt. Und doch war die Plexiglasscheibe, die meinen Taxifahrer von den Fahrgästen trennte, tiefdunkelbraun. Erst nach einer Weile merkte ich, dass das Plexiglas gar nicht ab Werk eingefärbt war, sondern von einer über die Jahre liebevoll akkumulierten Schmutzschicht bedeckt war. Gemerkt habe ich das, als der Fahrer seine Scheibe herunterkurbelte. Er hatte einen geräuschvoll von tief unten zwischen Milz und Nieren heraufgerotzten Schleimbrocken sorgfältig in ein Taschentuch gespuckt und warf das Ganze nun auf die Straße. Was zugleich einem nicht unbeträchtlichen Teil der regenfallartigen Wolkenbrüche gestattete, für eine angemessene Befeuchtung des Wageninneren zu sorgen. Und dabei auch ein wenig Schmutz vom vermeintlichen Rauchplexiglas abzuwaschen. Diese Prozedur wiederholte sich nun etwa im Minutentakt, so dass schon bald eine ansehnliche Seenlandschaft im Fußraum entstand. Na ja, wahrscheinlich ist es besser im eigenen Taxi zu ertrinken als in der eigenen Rotze abzutauchen und zu ersticken - was passiert wäre, wenn der Fahrer in guter chinesischer Tradition auf den Boden gerotzt hätte.

Am Hotel angekommen, setzte der Fahrer den Quittungsdrucker in Gang, nur um vom Portier zu erfahren, dass der Igel in einem anderen Gebäude auf der weitläufigen Anlage untergebracht sei und das Taxi mich noch etwa zwei Kilometer zu fahren habe. Das wollte dem Mann nun gar nicht in den Kopf und er fing an, ausnahmsweise einmal nicht Rotze, sondern Gift und Galle zu spucken. Die Diskussion, ob er denn nun nach Abstellen des Taxameters noch zwei Kilometer fahren solle, dauerte am Ende deutlich länger als die eigentliche Weiterfahrt. In Amerika hätten die sich wahrscheinlich geschossen...

Dann feierliches Abendessen. Als Ehrengast hatte ich das eher zweifelhafte Vergnügen, am VIP-Tisch zu sitzen, fast ausschließlich zwischen Chinesen. Die sich lautstark auf Chinesisch unterhielten. Der eine hatte zwar einen Dolmetscher dabei, der übersetzte mir aber nur das aus dem Chinesischen in den Trümmerbruch unter allen gebrochenen Englischvarianten, die mir je begegnet sind, was sein Boss direkt an mich richtete.

Das chinesische Menü läuft dabei so ab, dass die Gänge der Reihe nach aufgefahren werden, in recht flotter Folge. Wer zu langsam is(s)t, dem stellt die Kellnerin den nächsten Teller mit vorwurfsvollem Blick neben den noch nicht geleerten vorherigen Teller. Dabei ist es gar nicht so leicht, etwas vom Teller zu essen, da die chinesische Tradition ferner vorsieht, dass jeder mit jedem trinkt. Was wiederum so abläuft, dass einer aufsteht, um den halben Zwölfertisch herum zu Dir trabt, dann musst Du auch aufstehen, dann macht er einen Spruch, Du musst auch einen machen, vielleicht macht er auch noch einen, dann machst Du wieder einen, dann wird getrunken, Rotwein, natürlich auf ex (bottom up!) und dann setzt Du Dich, hast gerade die Stäbchen in der Hand, da steht schon der nächste Chinese zum Austausch von Trinksprüchen hinter Dir und der dritte unangetastete Speisenteller vor Dir. Wobei man kulinarisch nicht viel verpasst. Vieles wird in Sojasauce serviert, die meiner Meinung nach besser "so nicht"-Sauce hieße, da sie trefflich alle anderen Aromen tötet. Selbst Jakobsmuscheln dringen dagegen nicht mehr durch, wobei deren Konsistenz eher auf eine frühere Karriere als Eishockeypuck schließen ließe, denn auf Essbares. Ansonsten auf dem Menü: Dünnpfiff süß-sauer, Soja in so nicht-Sauce, Reisbällchen, die jeden Superkleber vor Neid erblassen ließen und allerlei Zeug, das erklärt, warum Staphylokokken auch "Stäbchen"-Bakterien heißen.

Da versteht man da auch die auf ex-Trinkerei. Das desinfiziert. Wobei das gar nicht so dramatisch ist. Denn die Kellner gießen nur minimale Schlucke ein, der Rest kommt in ein vielleicht 0,15l fassendes Krüglein neben dem Glas, aus dem man sich immer wieder kleine auf ex-Schlucke nachgießen kann. So dass "auf ex" eigentlich immer nur ein Schlückchen ist. Wenn nur Leute aus Peking am Tisch sitzen. Wir hatten nun allerdings das Glück, auch ein paar Typen aus der örtlichen Nanjing-Dependance dabei zu haben. Die grinsen einen über alle vier Backen an, leeren sich selbst ihr komplettes Krüglein ins Glas, tun das gleiche mit Deinem Krüglein in Dein Glas und heißen die Kellnerin, so lange weiter aufzufüllen, wie es die Wasserstoffbrückenbildung eben so zulässt. Dann rufen sie mit einem den Begriff "Mut zu Lücke" ganz neu definierenden zahnarmen Lächeln "bottom up" und hauen sich die Plempe rein wie ein FDP-Politiker beim Frühstück. Und erwarten, dass Du mitmachst.

Irgendwann war mein Nachbar so stramm, dass er nicht mehr wusste, dass er kein Englisch spricht. Und dann redete er in zerbrochenem Englisch auf mich ein. Was den Dolmetscher nicht davon abhielt, das dennoch weiter ins gebrochene Englisch zu transponieren. Ann now I dlink with secletally off boss. Hel name Hu Jian, mean chelly blossom." Sprachs und machte sich auf, aus der Kirschblüte eine Kirschwasserblüte zu machen. Kurz bevor sich alle Chinesen unter dem Tisch trafen, floh ich zur Sichelheit in meine Gemächer.



Sichel doch! Der Chinese will doch nur spielen!

Auf dem Rückflug war es auch nicht besser. Warnhinweis, man solle sich anschnallen. Drei Minuten später nächster Warnhinweis, man solle sich jetzt wirklich anschnallen, die Maschine werde gleich starten. Drei Minuten später wieder ein Warnhinweis, man solle besser angeschnallt bleibe, die Maschine sei jetzt in der Luft (wie schlecht sind deren Piloten denn eigentlich so?). Dann ein Warnhinweis, es könne sein, dass für die nächsten 15 Minuten keine Warnhinweise über das Anschnallen mehr durchgesagt werden, man solle sich deswegen keine Sorgen machen. Habe ich etwas verpasst? Zum Beispiel, dass Warnhinweisen olympische Disziplin wird. Und die trainieren einfach nur? Schlafen wollte ich sowieso nicht. Da hätte ich ja das herrliche Essen verpasst. Das auf jeden Fall gruseliger war als der Horrorfilm im Bordunterhaltungsprogramm.

Damit war klar: Kaum ist der Igel zurück in Europa, wird sich was gegönnt und vernünftig gegessen. Aus gegebenem Anlass! Zum Glück landete die Maschine in München, da hat man es nicht weit bis an den Tegernsee zur Überfahrt. Und dort wurde nicht über- sondern aufgefahren, wie es der Igel selten erlebt hat.


Montag, 28. März 2016

Besuch im Vendome, Bensberg

Das Vendome zu loben hieße Eulen nach Athen tragen. Aber mit dem Frühlingsmenü hat der Großmeister sich erneut selber übertroffen.
Jenseits vom geschmacklichen Einheitsbrei moderner Küchen, die möglichst jedem Gast gefallen wollen, wird hier auf Kontraste gesetzt. Jede Zutat ist schmeckbar, fügt sich dennoch harmonisch in die Gesamtkomposition ein. Mit Zucker wird allenthalben gegeizt, was sich auch beim Dessert wohltuend bemerkbar macht. 
Das Sommelier und Brigade ihresgleichen in Deutschland (vielleicht auch in Europa) suchen, dürfte auch allseits bekannt sein. Dennoch komme ich nicht umhin, deren Leistung hier noch extra hervorzuheben. Herzlich, fachkundig und immer mit dem rechten Blick zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. So wird der meisterhaften Kochkunst ein würdiger Rahmen gegeben. Ein extra Wort noch zum Sommelier, ein Meister seines Fachs. 

Samstag, 26. März 2016

Besuch bei Christoph Paul im Hoppers

Christoph Paul kennen wir noch aus Pauls Restaurant in Nippes. Auch könnten wir uns im Velderhof öfters von seinen Kochkünsten überzeugen. Dort könnte er das gewohnt hohe Niveau leider nicht halten. Trotzdem freuen wir uns nun wieder in Köln bei ihm Speisen zu dürfen. Die Weinkarte ist klein, bietet aber für jeden Geschmack etwas zu äußerst fair kalkulierten Preisen.


Schweinebauch auf Thunfisch

Gebeizter Lachs an Gurkenschaum

Im Beefer gegartes Entrecote vom bergischen Rind.


Dienstag, 22. März 2016

Besuch im Nada, Köln


Der Name Bernd Stollwerk weckt gewisse Erwartungen, hat er doch Jahrelang im Gut Lärchenhof in Pulheim exquisite Küche abgeliefert. 
Hier im Nada geht alles etwas behutsamer, küchentechnisch gesehen, zu. Jedoch überzeugen auch hier gute Produkte und handwerkliches Können. Aber seht selbst.

Sonntag, 6. März 2016

Besuch in Bonn "Kaspers Restaurant"

Eigentlich braucht man als Kölner Bonn nicht. Kulinarisch schon mal überhaupt nicht. Aber um seine Vorurteile ab und an zu bestätigen, tritt man die Reise in den Süden dann doch an. Dieses Mal waren wir im Kaspars Restaurant. Die Jugend des Koch merkt man einigen Gerichten schon an, wo er es bei Würzung einiger Zutaten dann doch zu gut meinte. Alles in allem war aber sonst nichts auszusetzen. Einrichtung, Service und Weinkarte waren Stimmig. Die Preis/Leistung hervorragend. Das war nicht unser letzter Besuch, alleine um zu sehen was dem Jungen Koch noch so einfällt.

Amuse