Montag, 27. September 2010

Wucher bei Test.de oder Stiftung Warentest zieht den Verbraucher ab

Diejenigen die mich näher kennen, Wissen, mein Verhältnis zu Stiftung Warentest ist mehr als gespalten.
Aber heute bin ich erschüttert. Die Stiftung finanzieren wir schließlich zu 16% aus unseren Steuergeldern.

Zur Geschichte
Heute morgen habe ich im Web gelesen, Stiftung Warentest hat Hähnchenbrustfilets getestet. Schon aus beruflichen Interessen wollte ich dann gleich mal nachschauen, wer oder was denn wie abgeschnitten hat. Flugs gegoogelt und auf test.de gelandet. Und dann der Schock. Artikelabruf EUR 2,50. Wie? Jetzt nur um den Artikel lesen zu können, wollen die 2,50 von mir. Das kann doch wohl nicht sein. Aber wirklich das ist so. Dahinter steckt auch noch Methode. Denn jeder andere Artikel der auf der Coverseite von der Zeitung "Test" vorne abgebildet ist kostet EUR 2,50, stimmt nicht, Digitalkamera kostet schlappe 3,-.



Kurze Übersicht der einzelnen Tests zum Abruf
Hähnchenbrustfilets 2,50
Winterreifen 2,50
Digitalkameras sogar 3,00
Prothesenreiniger 2,50
E-Book Lesegeräte 2,50
Waschmaschinen 2,50
Waschmittel 2,50

Das sind jetzt 7 von 11 Artikeln die auf dem Cover stehen. Alle zusammen für schlappe 18,- Das ist mal locker 400% über dem Brutto-Heftverkaufspreis von EUR 4,50. Geschätzte 600% über den Nettoertrag pro Heft für die Stiftung.

Da prangert die Stiftung Machenschaften der Industrie und auch des Finanzsektors an und ist selber keinen Deut besser, vielleicht sogar noch schlimmer als die böse Industrie. Da geh ich dann doch lieber zur Deutschen B**k da weiß ich von vornherein, die wollen nicht spielen, die wollen Geld verdienen und sagen das ehrlicherweise auch.

600% vom Online-Kunden mehr als für die Zeitung, und man hat gerade mal die Hälfte von dem was in der Printausgabe steht.

Fair wäre das ganze Heft als PDF zum Download anbieten für EUR 2,50. Gespart wird ja Druck und Vertrieb.
Aber bitte nicht jeden einzelnen Artikel berappen.

Mein Verhältnis zur Stiftung Warentest wird nicht besser. Die allgemeine Glaubwürdigkeit der Stiftung Warentest ist, zu mindest bei mir, auf einen Tiefpunkt gesunken.

So der ursprüngliche Text.
Die erste Reaktion der Zeitung Test als Kommentar, habe ich nicht angezeigt bekommen, weil die automatische Blogger-Kommentar-Funktion es in den SPAM Ordner gesteckt hat. Das kommentiere ich jetzt nicht weiter.




Nach einiger Zeit scheint sich die Zeitung besonnen zu haben und hat jetzt deutlich reagiert. Der Einzelpreis der jeweiligen Testberichte ist zwar immer noch zuerst anklickbar, jedoch wird jetzt deutlich mit einem größeren Bereich darauf hingewiesen, dass es andere, preiswertere Möglichkeiten gibt als den Einzelabruf. Immer noch ist es aber nicht Möglich einzelne Hefte per Download zum Heftpreis zu beziehen.  Auch ist die Printausgabe als ABO mit 47,50€ immer noch deutlich billiger als die Online-Flat mit 82,-€.
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