Wissler, der zweite Besuch

Wieder einmal hat es uns nach Bensberg gezogen. Nach dem völlig überzeugenden ersten Besuch wollten wir eine Wiederholung. Als verspätetes Geburtstagsgeschenk für meine Frau bestens geeignet.
Perfekter Service, da gab es nix zu meckern.  Handwerklich gab es nichts auszusetzen, alles war auf den Punkt gegart und auch die Zutaten waren von allererster Güte. Leider fehlte so das ganz große Highlight und auch der rote Faden durch´s Menü hat sich uns nicht so erschlossen. Aber schaut selber.



Blätterwald

Gänseleber
Süsses Wasser
Wildlachs
Makrele
Schneeball
Bachkrebse
Tofu
Froschschenkel
Saure Gurken
Juvenil
Rehbockrücken

Ziegenkäse, wieder mal vergessen zu fotografieren

Buttermilchwolke
Getreidefeld
Waldspaziergang
Kissen
Weisser Pfirsich
Kräuter
Das war´s,
aber mehr ginge auch beim besten Willen nicht.

Kommentare

chezuli hat gesagt…
Der rote Faden: Poesie.

Wissler und die Sternekollegen können alles kochen, das "normale" wäre auf dem Niveau doch keine Herausforderung mehr. Ich glaube, dass die Entwicklung insgesamt dahin geht, Geschmacksverdichtungen zu entwickeln, kondensierte Erinnerungen zu kreieren. Für mich ist nach solchen Menus die spannende Frage: Was bleibt davon wirklich in Erinnerung. Welche Kreation haftet im Geschmacksgedächtnis. Auf den Fotos vermute ich einige davon. Aber das ist individuell.

Gab es bis dahin Unbekanntes? Gab es Geschmacksüberraschungen?

Wie erleben wir diese Meisterleistungen emotional?
Evi hat gesagt…
Sieht gut aus, nähme ich. ;)

War das ein Origami-Tierchen da neben dem Schneeball? Falls ja, aus welchem Material oder was war das sonst?
Edekaner hat gesagt…
@Chezuli
Es war alles perfekt, aber bis auf die Bachkrebse bleibt zu wenig Überraschendes. Alle Aromen war sehr Intensiv. Bekommt man in der Hobbyküche so nicht hin. Leider wird durch eine all zu große Aroma-Intensivierung, der feine Geschmack von anderen Komponenten überlagert, Die Oliven-Pistazienkruste auf dem Rehbock schmeckt nur nach Oliven, selbst der Rehbock ist dagegen Geschmacklich nicht angekommen. Sage allerdings direkt dabei, ich bin eher der fein strukturierten und eleganten Burgunder Langsamtrinker als der Fruchtbomben-Bordeaux-Ex-und-Hopp-Kipper.

@ Evi
War ein Holunderblütensirupesspapier, gut erkannt.
tobias kocht! hat gesagt…
Tolles Geschenk!
Evi hat gesagt…
Chic! Jetzt müsste man nur noch wissen, wie die das anstellen, dass das nicht bröselt beim Falten.
Eline hat gesagt…
Die extreme Geschmacksverdichtung ist meiner Meinung nach einer Fehlentwicklung durch die Möglichkeiten der Molekularküche. Auf die extremste Spitze getrieben hat das für mich Grant Achatz, sein Menü hat meine Geschmacksnerven total überreizt und überfordert.
Seither bin ich besonders abgeneigt gegen Gefriergetrocknetes und Maltodexrin-Pulverchen.
Wenn ich die Bilder von den Gerichten Wisslers mit denen seines ersten Kochbuches vergleiche, muss ich positiv bemerken, dass die Dekoration etwas schlichter geworden ist.
Steffen hat gesagt…
Die Gerichte eine mit Sicherheit alle in ihrer Komplexität und Vollkommenheit in Bezug auf Geschmack, Optik und Komposition schwer bis unerreichbar, das steht außer Frage. Dass durch die Konzentration der jeweiligen Produkte und/ oder deren Zutaten das jeweilige bis an die Grenzen ihres ursprünglichen Aromas gebracht werden und ihr Erscheinungsbild dadurch derart verfremdet wird, liegt natürlich alles im Ermessensspielraum eines jeden Kochs (-künstlers). So lange Zusammenstellung in allem Belangen den Konsumenten verzücken und dieser auch bereit ist den Preis dafür zu bezahlen, soll es keinen Grund zur Beanstandung geben. Doch leider kann man dann bei der Herausgabe darauf verzichten, den Inhalt Kochbuch zu nennen. Es ist selbst in einer Profiküche kaum möglich die dort wunderbar in Szene gesetzten Speisen nachzukochen. Ich wäre dann eher dafür die Rezepte herauszunehmen, den Schwerpunkt nur auf die Fotos und meinetwegen die Philosophie des jeweiligen Meisters beizulegen um so den nicht gerade unerheblichen Preis' ins irdische zu drücken. 120 € für ein Kochbuch ist auch bei 19,5 Punkten im Gault Millau und drei Stern via Guide Michelin ein Preis für eine sehr begrenzte Gruppe Gastronomiebegeisterten. Natürlich habe ich dann ja auch die Möglichkeit im Internet über 500 Rezepte runterzuladen, die sind aber deswegen nicht besser realisierbar und auf dem Heimdrcker ausgedruckt alles ander als ästhetisch. Auch Nils Henkels Kochbuch Pure Natur kann man in diese Kategorie stecken. Kaum Nachzukochen und deswegen nur als Inspiration und Bilderbuch zu gebrauchen, der praktische Nutzen als Kochbuch somit auch verflogen. 60 € dafür auch zu viel. Das Geld geh dann lieber in drei vier mittelklassige Kochbücher, die Ihren Teil auch gut vermitteln können. Trotzdem shaut man sich natürlich diese Kunstwerke immer wieder einmal an und bestaunt den Mut wie mit ihnen umgegangen wird, deswegen ist in Deutschland meiner Meinung nach J. Wissler der aktuell beste Koch.

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