Freitag, 27. Juli 2012

Vina Ardanza Rioja Reserva 2001



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt


Heute auf der Hebebühne: Vina Ardanza Rioja Reserva 2001


Wofür steht eigentlich FIFA? Ists Französisch für Federation d´Imbeciles pour la Fraude Artisanale? Englisch für Fraudulence, Incompetence, Flatulence and Arrogance? Oder Deutsch für Finanzdelikte-Inkassoverein von Funktionärs-Altherren? Genau weiß das keiner, nicht einmal der Seppl aus der Schweiz, der ja immerhin der Korruptionsbeauftragte dieser seltsamen Vereinigung ist. Blattern war ja früher eine schwere Krankheit, an der man starb. Der Singular ist kaum besser, Experten fürchten inzwischen schon, der Fußball könne daran zugrunde gehen. Was ich nur nicht verstehe: Warum will der Blatterseppl jetzt einen Torrichter. Der Torrichter, wenn ich das richtig verstanden habe, ist doch dafür zuständig, die Toren des Monats zu verurteilen, oder? Und seit dem viel zu späten Abgang von Heribert „gutnabendallerseits“ Fassbender von der internationalen Fußballbühne, wird der Blatterseppl doch ohne echten Gegenkandidaten, ganz im demokratischen Sinne der FIFA, alle vier Wochen zum Tor des Monats gewählt. Ohne Bewährung! Bewährt hat der sich schließlich schon lange nicht mehr. Aber, huch, darf man so etwas überhaupt schreiben? Der Blatterseppl ist schließlich Leiter des Exekutionskomitees der FIFA, oder wie das bei denen heißt, und da wird’s schnell gefährlich. Zumal der Seppl ja im Alter auch dem Berlusconi immer ähnlicher sieht, da gibt es sicher schon längst Beziehungen zur italienischen Mafia, Vorsicht, Vorsicht!


Wie komm ich jetzt vom Fußball auf den Spanier? Der Spanier hat ja fußballerisch nicht sonderlich viel drauf, es reicht ja oft schon, wenn einer nur einen spanischen Namen hat – ich sage nur Gomez – dass man sicher sein kann: Mit dem ist nichts los! Nee, der Spanier gehört neben den Garagentorinseln, Österreich, Holland und dem Vatikanstaat zu den wenigen Nationen, gegen die sogar die deutschen Rumpelfüßler eine positive Länderspielbilanz haben. Beim Spanier reicht es nicht einmal für lange Pässe, er ist auf das Kurzpassspiel angewiesen, was international ganz schlecht ist, denn viele Visa passen in so einen kurzen Pass nicht hinein. Deswegen wird der Spanier wohl zur nächsten WM nach Brasilien gar nicht anreisen können.

Um so besser, da kann der Spanier sich mehr um seine Weinberge kümmern. Denn beim Wein, da ist er international fast schon anschlussfähig der Spanier. Sicher auch weil der Blatterseppl da nicht reinquatschen kann. Die FIFA genießt den Alkohol ja nicht, die trinkt auf Ex. Wenn der Brüderle Exekutivkomitee sagt, klingt das dementsprechend auch gleich wie Ex-trink-komitee. Überhaupt wäre der Brüderle ein prima FIFA-Fuzzi. Aber ich schweife ab. Ich wollte ja vom Spanier aus meinem Weinkeller berichten. Ich hatte mir zur Feier des Tages mal einen kleinen Rioja in der Weinwerkstatt aufgebockt, eine Reserva von Vina Ardanza aus 2001.

In der Nase erst einmal ein Kurzpassspiel von Kräutern ohne Ende, auch Schlehen sind dabei, Ginster, sogar ein Hauch Dill. Ob da eine ganz besondere amerikanische Eiche im Spiel war, aus den Trauben kann so etwas ja kaum kommen. Am Gaumen dann ähnlich würzig im Anklang, viele Kräuter, schon von der gereiften, ein klein wenig angetrockneten Art. Im Mittelfeld dann iberischrote Frucht und auch schon ein ganz leicht oxidativer Ton, nur ein kurzer Einwurf. Zumal der Oxidativton nach ein paar Minuten schon gegen eine kräftige Fleischwürze ausgewechselt wird. Aus dem Hintergrund müsste Mineralität schießen, Mineralität schießt und… ja, das gibt einen ganz grandiosen Druck auf den Gaumen. Die gegnerische Abwehr an den Geschmacksknospen ist damit reichlich überfordert. Ja, da brennt es lichterloh im deutschen Rachenraum – hätte ich gerne geschrieben, weils ein schönes Bild gewesen wäre, doch da brennt nichts. Der Alkohol bleibt sehr dezent im Hintergrund. Hinten heraus bekommt der Wein sogar glatt noch die zweite Luft, wird immer feiner und besser. Lange Nachspielzeit, wobei er im Abgang ein unprätentiöses Eleganzwunder ist. In der zweiten Flaschenhalbzeit kommen dann auch in der Nase stärker diese Fleischwürze und die Mineralität heraus. Wo sind plötzlich die Kräuter abgeblieben? Ist so wenig von zu sehen wie von Gomez im Halbfinale. Was für ein Verwandlungskünstler! Das ist ein kompletter Spieler. Wobei mit der Zeit die Mineralität immer mehr das Spiel an sich reißt. Die Frucht wird etwas oranger, wie sonst eher bei noch gereifteren Weinen. Saftig ist er nicht, das wäre das falsche Wort, aber irgendwie gleichermaßen voll und elegant. Hrubesch und Iniesta in einem. Einen Abgang hat der, Donnerwetter, wenn man den in der 89.Minute vom Platz nimmt, dann kriegt der einen Szenenapplaus wie man ihn selten erlebt. Fazit: Flasche leer, was erlaube Ardanza? Trinker ist kein Idiot! Ich habe fertig. 91 von 100 Willipunkten.
Kommentar veröffentlichen