Freitag, 6. Mai 2016

Tomate Mozzarella Reloaded



Honig-, San Marzano- und Kumatotomaten. Dazu selbstgemachte Mini-Burrata und Basilikumöl. Angegossen mit (fast) klarem Tomatensaft.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil 25 "Plaza Athene"



Das Trumpeltier hat es also geschafft. Nur ein Wunder kann noch verhindern, dass der Mann die Republikaner als Spitzenkandidat in die kommende amerikanische Präsidentschaftswahl führen wird. Ich habe gerade eine Woche lang die Vorwahlshow in den USA verfolgt. Fazit: Wir haben es hier in Deutschland noch wirklich gut. Wenn irgendeine deutsche Partei jenseits der Primaten von der AFD es sich erlaubte, einen Spitzenkandidaten mit solchen Aufführungen vor das Volk zu stellen, wie sie Trump, Clinton, Cruz, Kasich regelmäßig abliefern, diese Partei würde ausgelacht und mit Steinwürfen, Mistgabeln, Teer und Federn vom Hof gejagt. Bernie Sanders ist aus der gesamten Kandidatenriege der einzige, der halbwegs sagt, was er glaubt und der mehr will als einfach nur Präsident zu sein. Schon deswegen hat er keine Chance.

Frau Clinton hingegen, oh Gott, ich denke nur an ihren Auftritt nach dem Sieg bei den Vorwahlen in New York. Sie tritt vor die Menge, deutet mit zwei pistolenartig ausgestreckten Zeigefindern auf einen imaginären Freund im Publikum, reißt dabei den Mund kilometerweit auf, zum maskenhaften Grinsen verzerrt, Kopf nach vorne geworfen, wie ein Teeny beim Schülertheater. Bei einer Frau im Großmutteralter wirkt die Pose mehr als lächerlich. Dann purzelt der erste, komplett inhaltsleere Satz aus diesem Mund, das Jubelvieh im Hintergrund unterbricht sofort mit dem geschuldeten Beifall, woraufhin Clinton ihren inhaltsleeren Satz mit heftigem, schleudertraumaträchtigem Kopfnicken unterstreicht. Das wiederholt sich noch mindestens fünfmal. Wenn Angela so etwas aufführte, würde sich zweifelsohne alsbald die eine oder andere Sterbehilfebewegung mit einschlägigen Zyankaliangeboten bei ihr melden.

Trump hingegen beleidigt erst einmal seine Mitbewerber "Lying Ted" (Cruz) und "Crooked Clinton". Stimmt zwar beides, macht man aber nicht, wenn man Stil hat oder wenn man gar Präsident seines Landes werden will. Trump drückt sich dann zwar nicht um Inhalte, redet aber unfassbaren Schwachsinn. Obamacare werde abgeschafft, weil die Eigenbeiträge der Bürger zu teuer geworden seien und die Leistungen nicht ausreichten. Statt dessen solle etwas Neues geschaffen werden (was?), das bessere Leistungen biete und keine Eigenbeiträge koste. Gegenfinanzierung??? Wer wird sich denn mit solchen Kleinigkeiten aufhalten? Das ist nicht teuer, denn das bezahlt ja der Staat! Weswegen Trump das Geld auch an anderer Stelle reichlich ausgeben will. Das Militär soll wesentlich besser ausgestattet werden, damit die USA Weltmacht Nummer eins bleiben. Die Kriege von Obama/Clinton gegen den Irak und Afghanistan waren zwar falsch, doch jetzt gegen ISIS, da müsse man dringend ins Feld ziehen. Und neue Arbeitsplätze, ja die gibts auch, denn "hier auf der Bühne, direkt hinter mir da stehen einige der größten Wirtschaftskapitäne des Landes, die wissen, wie man das macht, mit denen zusammen werde ich das im Handumdrehen regeln". Let´s make America great again!

Cruz spielt mit seinen erzkonservativen Inhalten knapp oberhalb der Nazi-Liga, Kasich verkündet immer wieder, er müsse Kandidat werden, weil er ganz Amerika hinter sich scharen könne. Er lässt sich nicht wesentlich davon beeindrucken, dass ihm das in den Vorwahlen noch nicht einmal mit den republikanischen Wählern gelungen ist. Armselig.

Und dann kommt Bernie. Beschreibt nüchtern die soziale Krise der USA, nennt sich Sozialist, wäre bei uns aber noch deutlich konservativer als die Union, will letztlich nicht viel mehr als erstmals in der Geschichte des Landes eine Art Sozialstaat einzuführen und endlich die Praxis zu beenden, dass sich die Großunternehmen der USA politischen Einfluss kaufen. Er kämpft wacker. Gegen das fast komplette Establishment seiner Partei - die nicht durch Vorwahlen vergebenen sondern aus dem Parteiapparat nominierten "Superdelegates" für den Wahlparteitag stehen zu 90 Prozent auf Seiten Clintons. Und er predigt gegen den politisch-wirtschaftlichen Komplex - er finanziert sich durch Kleinspenden, Hillary lebt von Großspenden. 70 Prozent der jungen Leute stehen auf der Seite dieses alten Mannes. Er rettet ein wenig die Ehre der nach Österreich zweitdümmsten Demokratie der Welt.

58 Prozent der Amerikaner sind dagegen, dass Clinton Präsidentin wird. 64 Prozent sind gegen Trump. Was ein Fest, wenn die beiden sich zur Wahl gegenüberstehen werden. Vielleicht sollten sie heiraten und als Team antreten, zur neuen Parteihymne Thats why the Lady is a Trump. Alternativ ginge natürlich auch "Wir sind die Trumps, Trumps, Trumps us de Palz, uns steht des Wasser immer bis zum Hals", schließlich stammt der Mann aus Kallstadt.

Wie komme ich jetzt vom Trump auf den Ducasse? Denn über den wollte ich ja eigentlich schreiben. Die haben nur wenig gemeinsam. Beides Großunternehmer. Beide sehr erfolgreich. Beide geschickt im Umgang mit den Medien. Doch schon bei der Frisur hören die Gemeinsamkeiten irgendwie auf. Und kochen kann der Herr Ducasse sowieso besser, auch wenn er längst kochen lässt und nicht mehr selbst am Herd steht. In seinem Pariser Prestigehaus, dem Plaza Athene erledigt das derzeit Romain Meder.

Dienstag, 3. Mai 2016

Apfelblüten


Was dem Japaner seine gesalzenen Kirschblüten, sind dem Rheinländer seine Apfelblüten. Vorsorge für Herbst und Winter treffen.
Da an dem Baum noch einige Blüten hängen, harre ich mal der Dinge die dann hoffentlich im Herbst reichlich kommen werden. Bis dahin ist mir bestimmt ein Rezept eingefallen, in dem ich Äpfel und Apfelblüten zusammen sinnvoll verwenden kann. Dafür werden die Apfelblüten gewaschen leicht getrocknet und dann mit Salz in ein Weckglas gegeben.

Montag, 2. Mai 2016

Weh-Geh-Weh Willis Gastro Werkstatt Heute: Vierschänkentournee Teil24 "Aqua"



Hohn und Spott habe ich aus großen Kübeln ausgegossen über Francois Hollande. Nur weil der arme, mit seinem Beruf vollkommen überforderte Mann bei der Erfindung der gefühlt vierhunderttausendsten neuen Sozialleistung seiner Amtszeit den staunenden Journalisten gesagt hatte: "Das ist nicht teuer, denn das bezahlt ja der Staat." Inzwischen bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Weil der Morbus Hollande ansteckend ist und längst auch der Draghi in ähnlichen Kategorien denkt. Der versucht uns mit seiner Europäischen Zentralgang Angebote zu machen, die wir nicht ablehnen können. Die N´Draghieta will Helikoptergeld über uns abwerfen, jeder kriegt einfach ein paar Tausender in die Hand und - plumps - sind wir alle reich. Das Märchen vom Sterntaler, es wird nur glauben, wer tief genug ins Glas geschaut hat und darüber vergisst, dass die Wertschöpfung im Euroraum durch Geldabwurf nicht zwingend steigt, so dass ein Einbruch des Eurokurses und reichlich Inflation die Folge solcher Hubschrauberflüge wären. Wir haben dann zwar mehr Geld, können uns aber nicht mehr dafür kaufen. Höchstens die Exportchancen steigen ein wenig, wegen der schwächeren Währung. Briefkästenexporte nach Panama sind schon heute ein Schlager. Wie hat schon der Beckenbauer gesagt - wenn jeder lange genug mit dem Hubschrauber über Katar fliegt, ist er irgendwann weit genug abgehoben, um die Armen und die Zwangsarbeiter nicht mehr zu sehen. Oder so. Das weiß man, das ist bekannt.

Auch unser Siggi Flop aus dem Wirtschaftsministerium hat den Knall nicht gehört, der hat ihn selbst. Jetzt will er Prämien für den Ankauf von Elektroautos verteilen. Auch dafür hat der Staat plötzlich jede Menge Geld, wahrscheinlich von Schäuble persönlich irgendwo zufällig unter einem Hubschrauber aufgefangen. Aber der eigentliche Brüller ist ja, dass auch die Autoindustrie selbst eine Prämie zahlen soll. Jetzt bin ich aber gespannter als die Beziehung zwischen dem ZDF und Herrn Erdogan, woher die Autoindustrie das Geld wohl nehmen wird. Ob die an die Boni der Vorstände rangehen? Eine der Privatvillen vom Piech verkaufen? Ihren Aktionären (also auch wieder dem Piech) geringere Dividenden zahlen? Ehe der geneigte Leser sich vor lauter Lachen zu tiefe Furchen in die Schenkel schlägt, will ich noch eine vierte, sicherlich völlig illusorische Variante ins Spiel bringen: Die Autobauer könnten ja auch einfach einen Preis auswerfen, der 2000 Euro über dem normalerweise geforderten Tarif liegt - und dann mit der rechten Hand großzügig die 2000 Euro wieder herschenken, die sie mit links kassiert haben. Ohne dass die Frau Klatten oder der Herr Winterkorn auch nur einen golden Wasserhahn in ihrem Drittpalast auf Cap Ferrat abmontieren müssten. Mein Autohändler gibt mir beim Neuwagenkauf sowieso immer 4.000 bis 5.000 Euro auf den Listenpreis, den wahrscheinlich längst niemand mehr zahlt. Wie soll in diesem Gefüge denn irgendwer noch feststellen, ob die Autoindustrie in ihrer Preisgestaltung umschichtet und die Gewinnspanne auf E-Autos absenkt? Und dafür die Gewinnspanne auf Benziner erhöht.

Ob die europäische politische Klasse zu lange unter dem Auspuff eines Dieselgolfs gelegen hat? Oder ob hier einfach nur eine Testreihe läuft, bis zu welchem Punkt wir uns veralbern lassen? Der Igel wäre nicht der Igel, wenn er nicht ganz persönlich nach Wolfsburg zur Außenrecherche aufgebrochen wäre. Um mal in die Auspufftöpfe des Aqua zu schauen.