Mittwoch, 29. Januar 2014

Putenunterkeule, was soll man denn damit?



So oder so ähnlich lauten die Antworten auf die Empfehlung mal das in meinen Augen einzig schmackhafte Teil der Pute (Truthahn) an den Mann zu bringen. Grund sind die in nicht geringem Maße enthaltenen Sehnen. Diese werden auch beim Garen nicht weich. Deswegen ist Putenunterkeule auch relativ preiswert. Irgendwann kam mir der Gedanke des Pulled Pork. Das Pork wird hier in Pute umgewandelt. Also Pulled Pute von der Unterkeule. Denn beim "pullen" kann man die harten Sehnen ziemlich gut entfernen. Das Fleisch wird durch die lange Garzeit bei niedriger Temperatur butterweich und fällt quasi von selber auseinander.

Zum Rezept

Montag, 27. Januar 2014

Schwertmuschel, Honigpomelo und Rote Beete


Eine raffinierte Vorspeise die auch im Winter gut serviert werden kann. Die lauwarmen Schwertmuscheln, eigentlich Schwertförmige Meerscheidemuschel) harmonieren hervorragend mit den dünnen Scheiben von roter Beete und dem fein süßsäuerlichen Aromen der Honigpomelo.

zum Rezepts


Freitag, 24. Januar 2014

Nespresso, Gourmesso und Sense Capsules


Ein großer Freund von unverlangt abgefragter Tests bin  ich noch nie gewesen. Als aber letztens eine Anfrage gekommen ist, ob ich denn daran Interesse hätte eine Alternative zu Nespresso Kapseln zu testen, konnte ich nicht widerstehen. Seit einigen Monaten besitzen wir ein solches Gerätchen für den Espresso zwischendurch. Ansonsten bin ich ja Senseo Pad Trinker. 4-12 Tassen manchmal auch mehr sind das schon. Ab Mittags dann aber auch gerne koffeeinfrei.  Abends bevorzuge ich jedoch einen Espresso oder auch mal Zwei. Da mir der Aufwand mit diesen Vollautomaten auf den Keks gegangen ist, die Bohnen zu alt werden und dann nicht mehr schmecken. Dann kram mal jemand die ranzigen Dinger wieder aus der Mühle. Soon Ding hebt man ja nicht eben mal hoch und schüttet die dann einfach aus. Auch gehen die Qualitätsmaschinen aus der Schweiz gerne auch nach 2 Jahren und 1 Monat ( Nr.1 ) oder nach 2 Jahren und 6 Monate ( Nr. 2 ) kaputt. Reparatur min. 250 €. Danke für das Gespräch. Nee da sind mir die Kapseln lieber. Trotz Müll und Preis. Hauptsachen keinen Ärger.
Da a die Newcomer der kompatiblen Nespresso Kapseln aber alle vollmundig versprechen, min. 30% billiger bei gleichem Geschmack lohnt sich doch einmal ein Vergleich.

In der Mitte der Primus Inter pares Nespresso Arpeggio Stärke 9, Links der neue Herausforderer von Gourmesso Messico Blend Forte Stärke 9 und rechts der schon seit längerer Zeit auf dem Markt befindliche Sense Capsules Forza auch in der Stärke 9. Beim testen habe ich mich auf diese drei beschränkt, da ich befürchte sollte ich alle durchprobieren kann ich 5 Tage lang nicht schlafen.

Goumessa und Nespresso laufen ungefähr gleich gut durch das Maschinchen. Bei der Sense Kapsel dauert es doppelt so lange bis das Wasser durchgelaufen ist.

Espresso 30 Sekunden lang gestanden ohne Zucker (Foto oben) dann Zucker auf die Crema und nach 30 Sekunden auf der Crema fotografiert. Man sieht im mittleren Becher (Nespresso) noch die letzten Reste von Zucker untergehen. Da war bei den anderen Kombattanten der Zucker schon in die Tiefe entflohen.

Testergebnis:
Gourmessa Mesico Blend Forte läuft gut durch, schöne feinporige Crema, die den Zucker aber am schnellsten durchlässt. Der Geruch ist kaffeetypisch, deutliche Röstnnnote ein wenig angebranntt. Im Mund leichter aber komplexer Körper, schönes Süße-Säure-Spiel. Wirkt im Abgang etwas ausgezehrt. Sonst aber rund und harmonisch, für Stärke 9 viel zu lasch.

Nespresso Arpeggio läuft auch gut durch die Maschine. Die Crema ist feinporig und standfest. In der Nase kräftig malzig mit feinen Röstaromen auch von Kakao. Im Mund vollmundig und ausgewogen, sehr kräftige komplexe Aromatik. Die Säure einen Hauch zu spitz. Voller Abgang, bleibt lange im Mund.

Senseo Capsules Forza läuft sehr schlecht durch die Maschine, die muss richtig arbeiten und der Durchlauf dauert ca. doppelt so lange wie bei den Kontrahenten. Die Crema ist grobporig und verliert den Zucker relativ schnell. Die Nase verbrannt und rauchig nach saurem Getreide. Im Mund leider ausgezehrt und verbrannte Aromen dominieren. Er wirkt gegen die beiden anderen dünn und sauer. Kratzt im Hals. Stärke 9 ist ein Witz

Fazit
Der Gewinner heißt Nespresso ohne wenn und aber. dafür aber auch mit 35 Cent/Kapsel der teuerste. Mir ist er das Wert.
Guter Zweiter der Gourmesse, das könnte für Sparfüchse eine Alternative sein. Nur 24 Cent/Kapsel. Deutlich Abgeschlagen Senseo. Enttäuscht auf ganzer Linie und ist mit 29 Cent/Kapsel noch nicht einmal der günstigste.

Habe noch mal danach den Jacobs Momente Intenso Stärke 9 probiert. Leider ein ähnliches Bild wie der Senseo.

Liebe Hersteller da geht noch was, da ist noch deutlich Luft nach oben.


Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt Heute auf der Hebebühne: Dönnhoff Oberhäuser Brücke Riesling Auslese


Nachruf auf Captain Cork

Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt

Heute auf der Hebebühne: Dönnhoff Oberhäuser Brücke Riesling Auslese Goldkapsel 2007 und Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2007

Der Captain verlässt den Korkdampfer, die Nachricht schlägt ein wie der Enterhaken eines Prisenkommandos in der Steuerbordreling. Kreydenweisse Gesichter in Medien- wie Seefahrerkreisen. Der Captain? Der Mann, der Cheval Blanc zum Seepferdchen gemacht hatte? Der im Alleingang fast die gesamte Weinszene des Elsass auf seinem Stocherkahn den Trimbach hinunter geschrieben hat? Er kann nicht von Bord, das wäre ja als wechselte ein Kanzleramtsminister auf einen schimmligen Versorgungsposten bei der vom Captain besonders geliebten Bahn AG. Doch das Gerücht verdichtet sich schnell zur Gewissheit. Es stimmt, der Alte rollt das Segel ein wie einst die Handelsschiffe bei Château Beychewilli auf der Gironde.

Doch die Gründe bleiben im Dunklen. Hat Stylemaat Küblbeck eine Meuterei der Mannschaft angezettelt, weil er die la Tache-Flecken auf der abgetragenen Uniform des Alten nicht mehr sehen konnte? Oder hat gar das Schifffahrtsamt dem Alten das Kapitänspatent entzogen, nur weil er beim letzten Anlegemanöver am Kai der Cordobar ein Dellchen in den massivgoldenen Rumpf der Costa Concorkia gefahren hatte? Oder stimmt das Gerücht, dass der Captain selbst hinschmeißt, um eine neue Stelle als Admiral der Bateau Mouche-Flotte in Paris anzunehmen. Nicht ahnend, dass es auf den Touristenkuttern ungeachtet ihres Namens keinen Clos des Mouches fürs Bordpersonal gibt. Vielleicht war eine weitere Verspätung der Bundesbahn das Goldtröpfchen, das das Fass zum Überlaufen brachte? Geht der Alte gar aufs Altenteil, ins Austraghäusl, wahrscheinlich auf dem rheinhessischen Seehof? Man weiß es nicht, noch nicht. Doch neigt der Alte nicht zur Schweigsamkeit, wir werden es also erfahren, wenn er den nächsten Karriereschritt auf dem Weg zur Weltherrschaft tut.

Anbieten könnte man ihm zum Beispiel einen Posten als Konteradmiral auf der Oberhäuser Brücke. Dort dürfte er von morgens bis abends in der Offiziersmesse sitzen und die Rieslingauslesen des Hauses Dönnhoff genießen. Für den Captain, dessen Uniform zwischen den La Tache-Flecken vor Litzen, Streifen und Orden nur so strahlt und prunkt, müsste es schon aus farbstylischen Gründen eine Flasche mit Goldkapsel sein. Das hat die Modewoche Berlin so entschieden, da gibt es keine Widerworte. Locken könnte man ihn zum Beispiel mit dem Jahrgang 2007, kein Arschjahr, der wird ihm genehm sein.

Montag, 20. Januar 2014

Jacobsmuschel, Birne und Gurke


Manchmal machen wir einen Sashimi Abend. Damit der nicht allzu langweilig wird, nehmen wir gerne noch einige andere Kleinigkeiten dazu. Dieser Jakobsmuscheltatar ist ein unbedingtes muss.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass es sich bei den ausgelösten Nüssen fast immer um Tiefsee - Scallops handelt. Richtige Jakobsmuscheln werden fast ausschließlich in der Schale verkauft.


zum Rezept

Mittwoch, 15. Januar 2014

Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt Heute auf der Hebebühne: Valpolicella und Amarone von Tedeschi




Rezept für Brasato weiter unten



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt und Brasato




Heute auf der Hebebühne: Valpolicella und Amarone von Tedeschi

Mit dem Deostift hat alles angefangen. Und mit dem Typen in der grauen Uniform natürlich. Der hat mich erstmal ins Grübeln gebracht, ob das „i“ in Uniform in seinem Fall nicht überflüssig ist, denn man sieht selten einen so schlecht sitzenden Anzug, wie ich ihn an
diesem Menschen der Airport-Security bewundern durfte. So ein Polyester-Teil, vielleicht
auch nur Monoester, für poly machte es eigentlich nicht genug her. Aus der Unform heraus
erklärte die nur notdürftig diesen Aufzug gequetschte verschwitzte menschliche Presswurst
mir: „Der Deostift ist eine Flüssigkeit, der muss in einen Plastiksack.“
Nun kann man sich der Frage, was denn so alles eine Flüssigkeit ist, sicherlich auf
verschiedene Weise nähern. Lieschenmülleresk zum Beispiel. Danach wäre flüssig wohl das,
was bei Raumtemperatur fließt. Nach diesem zugegeben nicht sonderlich wissenschaftlichen
Ansatz würde man den Deostift einfach auf den Kopf stellen und sehr schnell feststellen, hui,
das ist aber eine Überraschung, die zur Applikation unter den Achseln gedachte Gelmasse
ist ja so fest, die fließt einfach nicht. Bei einer Straßenumfrage, die man ja gerne einmal
zur Ermittlung der Volksmeinung heranzieht, würden wohl an die zehn von neun Straßen erklären: Nein, keine Flüssigkeit.