Mittwoch, 27. März 2013

Huhn, Aprikosen und Zatar

Zatar ist eine arabische Gewürzmischung der Ottolenghi in seinem neuem Buch "Jerusalem" eine ganze Seite gewidmet hat. Ein Name tausend verschiedene Rezepturen. Eines, welches auch nur annähernd dem Nahe kommt, welches ich seinerzeit in Marais, Paris erstanden habe, ist mir nicht untergekommen. Generell gilt, jüdische und arabische Gewürzmischungen kauft man dort am besten.
Dieses Rezept beinhaltet Hähnchenkeulen mit Aprikosen, Korinthen in Tamarindensauce. Das Fleischwird vor dem Servieren mit Zatar bestreut.


Montag, 25. März 2013

Ei, Spargel und Erbsen


Im Schnellkochtopf gegartes Omelett mit grünem Spargel und frischen Erbsen.
Das Omelett nach Modernist Cuisine.
200g Eigelb, 9g Backpulver und 1 g Salz gut verrühren und in gefettete Auflaufförmchen geben. Die Aufflaufförmchen in einen Schnellkochtopf stellen, bis zur Hälfte mit Wasser angießen und 40 Minuten garen. Quer halbieren und in der Pfanne mit Butter nachbraten.
Erbsen und Spargelstücke in eine Pfanne mit Butter knackig braten. Mit Schnittlauch und etwas Forellenkaviar servieren.


Freitag, 22. März 2013

Willi Igel: Bodegas Pomar, Terracota, Tempranillo und Syrah 2012, Venezuela



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt

Heute auf der Hebebühne: Bodegas Pomar, Terracota, Tempranillo und Syrah 2012, Venezuela

Leute, verratet mich nicht, sonst komme ich in Schwierigkeiten. Wenn einer stirbt, fragt die Polizei ja immer gerne, wer den Verblichenen zuletzt lebend gesehen hat. Na ja und bei Hugo Chavez, dem Präsidenten von Venezuela, war das tatsächlich Euer alter Weinigel. Euer Weinigel, dem der große Hugo kurz vor seinem letzten Atemzug noch einige Zeilen für die Nachwelt in den Interviewblock diktierte. Hier das Gespräch im vollen Wortlaut:

Igel: Herr Revolutionsführer, oder darf ich Hugo sagen...??

Chavez: Con gusto, Willi!

Igel: Na wunderbar! Hugo, was mich interessieren würde - wie fühlt man sich so als Revolutionsführer? Ist man da nicht eine Art Dinosaurier, der letzte seiner Art? Nachdem Castro jetzt an seinen Bruder übergeben hat und Muammar in Libyen in der Kanalisation heruntergespült worden ist?

Chavez: Bueno, Willi, auf den ersten Blick sieht das so aus. Aber gerade Ihr in Deutschland habt doch ganz großartige Talente in dieser Richtung. Da ist zum Beispiel dieser Niebel, das könnte glatt mein Sohn sein - immer mit Militaermütze unterwegs, nie um einen dicken Spruch verlegen. Und, wenn ich das richtig sehe, hat der gerade einen Putsch gegen seinen eigenen Vorsitzenden unternommen. Erfolglos zwar, aber so sind wir Revolutionsführer eben in unserer Sturm- und Drangzeit. Mein erster Anlauf, damals in Caracas, der Militärputsch, Du erinnerst Dich, ist auch gescheitert. Das muss der Niebel noch lernen, dass man dann nicht aufgibt, und - wo man mit Gewalt nicht weiter kommt, einfach mal versucht, es mit demokratischen Wahlen zu schaffen. Wenigstens bei der ersten Wahl, danach sieht man dann weiter.

Igel: Sicher, sicher, aber, Hugo, Du musst doch zugeben, dass es derzeit alles andere als wahrscheinlich ist, dass Niebel unser Kanzler wird?

Chavez: Vero, vero, Willi, aber ihr habt da ja noch so eine Type, diesen Steinbrück, der Junge hat echt Potenzial. Berlusconi einen Clown zu nennen, das ist schon großes Kino. (Wehmütig:) Erinnert mich ein wenig an meine Sturm und Drangzeit, als ich vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen den damaligen US-Präsidenten Bush als "Satan" bezeichnet hatte. Gut, da kommt der Peer jetzt noch nicht ran, aber er übt ja noch, das wird schon noch, wie gesagt, der Junge hat Potenzial! Soll ich Dir ein Geheimnis verraten, Willi?

Igel: Sicher, Hugo, gerne!

Chavez: Du weißt ja, dass es um meine Gesundheit nicht zum Besten steht. Es wird Zeit für mich, meine Nachfolge zu ordnen. Ich habe in meinem Testament verfügt, dass Steinbrück Venezuela von mir erbt. Da kann er mit der dicken Nahles und dem Rest der SPD-Linken einen richtig guten sozialistischen Staat alter Machart übernehmen. Ich würde das gerne noch eine Weile geheim halten, mein Vizepräsident hier in Caracas wird das auch nicht mögen, deswegen sollten wir den Ball die kommenden Tage noch flach halten. Würdest Du dem Peer schon einmal sagen, was da auf ihn zukommt? Ich habe auch noch ein kleines Geschenk für ihn, das Du ihm als Zeichen unserer sozialistischen Völkerfreundschaft mit nach Deutschland bringen könntest.

Igel: Mach ich gerne, Hugo. Was ist es denn?

Chavez: Eine Flasche venezolanischen Rotwein! Vom Feinsten!

Igel: Oha, Hugo, Wein ist schwierig beim Steinbrück. Du weißt ja, der trinkt nix, was nur fünf Euro kostet - und wenn ich es recht weiß, ist selbst Euer Feinster noch für Vierfünfzig zu haben, oder?

Chavez: Vero, Willi, vero - na dann bitte ich Dich um einen anderen Gefallen - würdest Du den Wein selbst verkosten und in Deiner Kolumne besprechen?

Igel: Mache ich gerne!

Also ins Glas mit dem Terracota, Tempranillo + Syrah, 2012 von den Bodegas Pomar!

Muss ein Supertropfen sein, denn das Rückenetikett erklärt, man habe ihn extra nur sehr kurz im Keller reifen lassen, damit er nichts von seiner Klasse verliere. Vielleicht hat er deswegen keine Zeit gehabt, eine Nase zu entwickeln? Das beaujolaist so ein wenig vor sich hin, wenn man überhaupt etwas findet, dann einen Hauch Dropsigkeit, vielleicht eine Spur Brombeere. Insgesamt eher gefällig und oberflächlich im Duft.

Am Gaumen kommt er erst wie ein kühler Glühwein rüber, zimtig, seltsam gewürzig. Doch das gibt sich mit Luft. Dann finde ich die brombeerige Frucht aus der Nase wieder, eher Gamay als Merlot (und schon gar kein Tempranillo oder Syrah), weil auch am Gaumen die Dropsigkeit eines mittelprächtigen Beaujolais bleibt. Und die leicht kratzigen Tannine im Abgang, die der Gamay aus dem Beaujolais schon einmal haben kann. Dennoch ganz angenehm zu trinken, wenn auch schon ziemlich oxidativ - obwohl er für einen Oxidationsprozess in den wenigen Sekunden Kellerausbau eigentlich keine Zeit hätte haben dürfen. Weil er doch schon sehr zugänglich und so oxidativfruchtig wirkt, sehe ich auch nicht, dass man ihn noch lagern könnte, etwa um die Tannine abzubauen, die im Übrigen auch etwas zu grün dafür wirken.

Also nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein gut trinkbarer Pizzawein. Ein Arbeiter- und Bauerngetränk eben, passend zu Venezuela... Ab der zweiten Flasche träume ich davon, selbst Venezuela zu übernehmen, so eine nette kleine Willitärdiktatur, das wäre es doch, oder?
81 von 100 Willipunkten

Mittwoch, 20. März 2013

Marshmallows, Erdbeeren und Sahne




Ganz cooles Dessert, und ganz einfach zu machen. Einzig das trocknen der Erdbeeren ist etwas Tricky, da es ja im Moment nur die aufgepumpten von fremdwärts gibt. Da ist dann leider fast nur Wasser drinne.

Ist ein Rezept aus Amerika, dort wird es aber mit echten Heidelbeeren gemacht, welches noch viel besser als mit Erdbeeren schmeckt. Leider gibbet die im Moment nicht.

Erdbeeren
250g Erdbeeren, fein gewürfelt
2 El Zucker
1 El Minze, fein gehackt
1 Schuss Erdbeerlikör

Schaum
150g Mini-Marshmallows, oder Größe fein gewürfelt
250g Erdbeeren, gewürfelt
50ml Wasser
50ml Lillet Rose
3 El Zucker
200g Sahne, frisch geschlagen

4-5 große Erdbeeren, nur die Seiten abgeschnitten. Mit Puderzucker bestreuen und 3-4 Stunden bei 50C Umluft im Backofen trocknen lassen. Ab zu die Türe öffnen, damit die Feuchtigkeit raus kann.

Erdbeer
Die gewürfelten Erdbeeren mit Zucker, Minze und dem Likör mischen und 30 Minuten ziehen lassen.

Schaum
Die Erdbeeren, Wasser, Lillet und Zucker in einem Topf aufkochen und 3-4 Minuten köcheln lassen. Topf von der Platte nehmen und mit dem Stabmixer pürieren. Marshmallows zugeben und unter ständigem rühren auflösen. Abkühlen lassen. Geschlagene Sahne unterheben. Erdbeeren in Gläser füllen, Schaum darauf geben und mit Folie abgedeckt 2-3 Stunden im Kühlschrank festwerden lassen.




—-- Artikel wurde auf meinem iPad erstellt

Montag, 18. März 2013

Rote Beete, Lachs und Ziegenkäse




















Eine kleine Vorspeise, schnell gemacht aber macht was her und schmeckt trotz der vielen Geschmackskomponenten erstaunlich harmonisch.
Der Ziegenkäse rundet das Geschmacksensemble schön ab und mildert die Spitzen von Fisch und Merrettich.

300g Rote Beete, gekocht und geschält
etwas Zatar
250g Lachsfilet ohne Haut
50g Salz
30g Zucker
100g Ziegenfrischkäse zerbröckelt
60g Walnüsse, leicht karamellisiert
Etwas frischen Meerrettich
Olivenöl
Apfelbalsamessig
Maldon Salz und Pfeffer aus der Mühle

Salz und Zucker mit 500ml Wasser gut verrühren und den Lachs darin 45 Minuten einlegen. Dann gut abtrocknen und und feine Scheiben schneiden.

Rote Beete ebenfalls in fein Scheiben schneiden und auf Teller, der vorher leicht Zatar bestreut wurde, arrangieren. Lachsscheiben zu Röllchen formen und auf der Roten Beete verteilen. Ziegenkäse und Walnüsse darüber verteilen. Wenig Salzen und Pfeffern. Mit gutem Olivenöl und etwas Balsamessig beträufeln. Zum Schluss etwas Meerrettich darüber raspeln. Sofort servieren.

Zur Deko habe ich noch etwas Bergpfeffer Zuckerwatte beigelegt, die aber aus einem Versuch für ein anderes Gericht übrig geblieben ist.

War im übrigen die Vorspeise zu einem Gericht von Ottolenghi. Hahnchen mit Aprikosen und Korinthen in Tamarindensauce.






Freitag, 15. März 2013

Willi Igel - Barbaresco Negro 2007



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt

Heute auf der Hebebühne: Cascianotta, Barbaresco Negro 2007

Das hatte uns gerade noch gefehlt. Das Unwesen der politischen Korrektheit hat die Kinderbücher erfasst. Kein Wunder, dass es Otfried Preußler diese Woche dahingerafft hat – ist ja im Kopf nicht auszuhalten, wenn die kleine Hexe plötzlich keine Hexe mehr sein darf, weil das eventuell die Frauen der Republik diskriminieren könnte. Also heißt das Buch demnächst „das kleine Mädchen mit übersinnlichen Fähigkeiten“. Richtig kompliziert wird das erst beim Hexenschuss, der dann natürlich kleines Mädchen mit übersinnlichen Fähigkeiten-Schuss heißen muss. Oder bei der Hex vom Dasenstein – kleines Mädchen mit übersinnlichen Fähigkeiten vom Dasenstein. Ist doch kein Name für eine Weinlage?!

Damit nicht genug! Natürlich darf es bei Pippi Langstrumpf auch nicht mehr „Neger“ heißen, wenn Pippi von den Ureinwohnern Taku-Tuka-Lands berichtet. Noch ist allerdings offen, wie man einen Neger politisch korrekt nennen soll. Da man bei den Negerküssen inzwischen zu Schaumküssen übergegangen ist, könnte man natürlich Analogien ziehen und einfach von einem Schaum reden. Obwohl ich mich da direkt wieder frage, woher man am Ende weiß, ob Schaum in einem Compositum dann für Neger steht oder tatsächlich nur für Schaum, wie zum Beispiel in Schaumwein, den man ja auch politisch unkorrekt niemals Negerwein nennen würde. Und was ist mit Ernst Neger, dem längst verstorbenen Mainzer Karnevalsurgestein? Wie heißt der denn jetzt? Ernst Schaum? Und wo hört das auf? Was ist mit Alice Schwarzer? Darf man wenigstens noch Schwarzer sagen? Oder heißt die jetzt Alice Farbiger? Oder auch Alice Schaum?

Ehrlich gesagt, diese krankhafte political correctness lässt mich manchmal sehr ratlos zurück. Immerhin gibt es jetzt Hoffnung. Ausgerechnet die Firma Playmobil ist es, die den Spieß herumdreht. Es sei nicht mehr einzusehen, erklärte kürzlich ein Firmensprecher mit erstaunlich ernstem Gesicht auf einer Pressekonferenz, dass die negativ besetzten Spielfiguren immer männlichen Geschlechts sein sollten. Deswegen habe man beim neuen Playmobilset „Bankräuber“ nun eine weibliche Räuberfigur aufgenommen. Gute Idee! Liebes heute-journal, liebe Tagesthemen, auf diese Steine können wir bauen. Künftig bitte nicht mehr von Kriegsverbrechern sprechen, sondern von Kriegsverbrecherinnen und Kriegsverbrechern. Mörderinnen und Mörder, Betrügerinnen und Betrügern – ich glaube, Ihr habt das Prinzip verstanden…

Darauf einen Barbaresco. Und zwar einen Negro, solange der noch so heißen darf. Aus dem Hause Cascinotta und dem exzellenten Jahrgang 2007. Klar, das ist noch zu jung, aber manchmal will man ja schnell mal reinschmecken, um zu wissen, ob man dem eigenen Weinkeller davon größere Posten einverleiben sollte. Außerdem hatte der Händler meines Vertrauens gemeint, dieser Neger sei schon sehr jung sehr zugänglich. Frühreif also, sage ich mal auf die Gefahr hin, dass ich mir jetzt auch noch doppelte Unkorrektheitspunkte wegen oenologischer Beziehungen zu Minderjährigen anderer Beerenhautfarbe einhandele.

Aber, was soll man sagen, der ist wirklich erstaunlich offen in der Nase, sehr fruchtbetont, kirschig, das könnte fast ein Sangiovese sein! Daneben finden sich lakritzige Noten, ein burgundischer Hauch von reifem Pinot, unterholzig, würzig.

Am Gaumen zunächst viel Säure, dazu dann hellrote Kirschen und schokoladige Töne. Auch das erinnert wieder an Sangiovese. Nach wenigen Minuten schält sich der aus der Nase bekannte burgundische Ton heraus, sehr würzig, aber nicht stallig, eher auf der Schiene Waldkräuter, Waldpilze unterwegs. Wirkt erst einmal etwas zu alkoholisch und recht leicht, das ist aber seiner Jugend geschuldet, da kann so ein Nebbiolo ja trügerisch einfach gestrickt wirken. Mit mehr Luft wird er dann deutlich voller, da hebt er zu einem Rundflug durch den Obstgarten ab, Heidelbeere, Brombeere, etwas Himbeere, weiterhin viel Kirsche. Umrahmt wird dieser Obstsalat von einem geschmeidigen Veilchen, oder, nein, das wandelt sich eher zu einem Holunderbukett.

Insgesamt gibt sich der Wein sehr elegant und fein, im Abgang bleibt er auch nach dreißig Minuten Beatmung schlanker als im Anklang, das allerdings in epischer Länge. Bleibt auch sehr säurebetont, was ihn aber nicht stechend macht, sondern eher pikant und animierend wirken lässt. Und nach nicht einmal einer Stunde Badezeit in der Karaffe geht das säuerliche über in eine feine Spielart hedonistischer Süffigkeit. Mehr davon!

Durchaus deutliche Tannine hat er auch nach dieser Stunde noch, aber die sind mürbe und halten sich eher im Hintergrund auf. Inzwischen lässt sich am Gaumen auch eine ganz dezente, irgendwo in der Tiefe knapp über dem Grund schwebende fruchtbetonte Süßlichkeit ausmachen. Sie hilft, das Tannin wegzupuffern und rundet den Wein angenehm. Der immer länger und immer nachdrücklich im Abgang wird. Nach zwei Stunden Luft erreicht er seinen Höhepunkt, dann gesellt sich zur Frucht und zur Süße auch noch eine bratensaftige Würze, die sehr lange am Gaumen bleibt.

87 bis 88 von 100 Willipunkten. Für 17 Euro im Weinhaus Scholzen zu Köln zu erwerben, das ist ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis! Und der würde optimal zum Zigeunerschnitzel passen. Aber das heißt ja jetzt Sinti und Roma-Schnitzel.

Montag, 11. März 2013

Half baked choco cookie dogh Eis nach Ben & Jerry


Kalorienzähler, chronisch JoJo Effektgefährdete, Abnehmwillige und ähnliche Spaßbremsen brauchen jetzt gar nicht weiter zu lesen. Das Rezept kommt locker auf den durchschnittlichen Wochenkalorienverbrauch eines Steinzeitmenschen.

Aber lecker is schon. Im übrigen sollte das Eis direkt nach Herstellung komplett verzehrt werden, da es im Gefrierschrank doch recht hart wird. Aber keine Bange, meist bleibt nichts übrig. Bei Kindern kann dann auch gerne Vorspeise und Hauptgericht ausfallen.


Rezept
für den Teig wer die Kirschküchlein mitmachen möchte macht gleich die doppelte Menge
100g Mehl
60g Rohrzucker
10g Kakaopulver
60g Butter in Würfeln eiskalt
30g Milch

Zucker und Mehl mischen in eine Schüssel, Butter dazu, mit dem Handrührgerät und den Knethaken verrühren, es sollten grobe Streusel entstanden sein, diese Lose auf ein Blech legen und in den Tiefkühlschrank zum frieren geben. Sollten keine Streusel entstanden sein, zum Teig kneten, ausrollen und in kleine mundgerechte Stücke schneiden, ca. 0,5 x 0,5cm, und dann einfrieren.

für das Eis
400ml Sahne
100ml Milch
20g Magermilchpulver
5g Inulin
120g Zucker
2 Eigelb
1 Vanilleschote, Mark und Schote

Sahne, Milch und 80g Zucker in einem Topf zusammen mit dem Mark und der Vanilleschote erhitzen, aber nicht kochen lassen. 30 Minuten ziehen lassen, dann die Schote entnehmen. Eigelb mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen. Etwas heiße Sahne-Mich-Mischung zugeben und einrühren, dann unter rühren in die restliche Sahne-Milch geben und zur Rose abziehen. Über kaltem Wasser kalt schlagen oder im Kühlschrank abkühlen lassen.  Dann in die Eismaschine geben. Kurz vor Fertigstellung die gefrorenen Teigstückchen dazugeben und nur noch kurz mit unterrühren.

Das Rezept gelingt auch sehr gut mit Diamant Eiszauber für Milcheis. Einfach ein Vanilleeiszubereitung nach Anleitung herstellen, ein - 2 Stunden einfrieren und dann die gefrorenen Teilstücke unterheben und zu Ende frieren lassen.

Kirschküchlein

80g Mürbeteig
etwas Eierguss (1 Ei, 35g Zucker, 50ml Sahne, gut verrührt)
100g Sauerkirschen
100g Schokostreusel, Rezept siehe oben

Kleine Silikonförmchen, ich habe längliche genommen, zur Not tun es auch Silikonmuffinförmchen, mit dem Mürbeteig auskleiden, den Rand min. 1cm hochziehen. Kirschen hineinlegen, zu dreiviertel Eierguss angießen mit Schokostreusel bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 12 Minuten backen.

Freitag, 8. März 2013

Willi Igel - Egly-Ouriet Brut Grand Cru Millesime 2002 VV



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt

Heute auf der Hebebühne: Egly-Ouriet Brut Grand Cru Millesime 2002 Vieilles Vignes, Grands Terroirs d´Ambonnay

Deutschland kann man abschreiben! Flughäfen, Bahnhöfe, Philharmonien, Konferenzzentren, egal worum es geht, wir packen es nicht. Meistens liegts am Brandschutz, zum Teil sind aber auch einfach nur die Krötentunnel nicht vierspurig ausgebaut.

Deutschland kann abschreiben! Selbst unser Song für den ja doch sehr nutzenfreien Eurovionswettbewerb ist vom Vorjahressieger abgekupfert. Und nun schreibt der Hersteller von Pferdelasagne für seine Schachteln auch noch die Zutatenliste einer Rinderlasagnepackung ab. Ist doch zum Wiehern! Ich warte nur noch darauf, dass Seepferdchen in meinen Fischstäbchen und Pferdeäpfel in meinem Obstsalat sind. Abgeschrieben haben weiterhin Guttenberg, Koch-Mehrin, Chatzmakakis und jetzt vielleicht auch noch Schavan. Eigene geistige Leistung scheint in der politischen Klasse fast verpönt zu sein. Bei Brüderle reichts sowieso nur zu Doktorspielen. Da stimmte abends am Tresen etwas nicht mit dem Brandschutz. Oder sollte man Brandyschutz sagen?

Das deutsche Fernsehen kopiert sich ohnehin nur noch selbst, da wird gebätschellert bis der Arzt kommt, der dann natürlich Doktor Bob heißt und die ausgeschiedenen Kandidatinnen gleich ins Dschungelrecycling geben kann. Bevor er dann als Ringarzt beim Promiboxen dieselben Kandidatinnen erneut betreuen darf. Wer erinnert sich angesichts dessen nicht an Loriots genialen Sketch mit der Astronautennahrung, die nach Verdauen und Ausscheiden erneut aufgenommen werden kann, „sie, äh, zirkuliert, sozusagen“. Ja, so ists auch mit der Scheiße im deutschen Fernsehen, die Konzepte und die Teilnehmenden zirkulieren zwischen Sendern, Staffeln und Formaten.

Aber wie kann das eigentlich sein, dass dieselbe Nation fasziniert beobachtet, wie unzutreffend als „Prominente“ bezeichnete Opfer Känguruhoden, Maden oder Ziegenaugen futtern, sich aber maßlos ereifert, wenn sie selbst mal falsch etikettiertes, ansonsten aber völlig unbedenkliches Pferdefleisch verabreicht bekommt. Wer sich wochenlang an den kulinarischen Qualen anderer erfreut, soll gerne auch mal Hundefutter statt Rinderhack ins Fertigfresserchen gematscht bekommen, damit habe ich kein Problem, in diesem Land der Sozialspanner, der sensationsgeilen Konsumenten televisionärer Tiernahrung, der Lügner, Betrüger, Täuscher und Pferdemetzger.

Ob die Krise auch den Weinbau erfassen wird? Der Bernkasteler Doktor zittert inzwischen schon um seinen Titel. Die Promotion von Dr. Deinhard ist unauffindbar und der Domdechant Werner wird sich mal mit der Frage auseinandersetzen müssen, wo eigentlich in Hofheim ein Dom stünde an dem er herumdekantieren könnte. Kleiner Tipp, man hat das Ding in Kölle gelassen. Es sei denn, man hängte dem Dom ein kleines Perignon an die Fersen. Aber damit wäre man ja in der Champagne?

Auch eine Idee, trinken wir mal das Original, einen Jahrgangschampagner aus bestem Hause, den 2002er von Egly-Ouriet. Aus alten Reben der besten Lagen um Ambonnay gekeltert, natürlich alles aus Grand Cru-Parzellen.

Und da ist alles echt, das riecht man sofort, die kreidige Mineralität macht einen Panthersprung aus dem Grand Cru-Riedel in die Igelschnauze! Toastige Noten, Lindenblüten, eingekochte Aprikosen, frisch geröstetes Brioche. Auch ein ganz klein wenig braune Butter. Birnig, voll, eine sehr klassische Nase eines riesengroßen Champagners!

Am Gaumen weinig, cremige Textur, sehr feine aber enorm kräftige nussige Note, eher aus der Walnuss als auf der Haselnuss. Dezente Röstaromen, birnige, ganz leicht ankaramellisierte Frucht. Noch immer sehr jung, er wurde erst vor drei Monaten degorgiert, das merkt man. Reste von Hefe, die Perlage ist zwar fein- und kleinperlig, doch kräftig. Tolle Reife des Grundweines, die 98 Monate auf der Hefe machen sich bemerkbar. Extrem lang im Abgang, unglaublich differenziert. Ganz hinten bleiben vor allem die Nussigkeit und eine kraftvolle mineralisch-kreidige Chardonnayaromatik. Sehr großer Champagner, viel besser, tiefer, voller und balancierter geht das nicht. Große Intensität, unfassbar druckvoll und, gerade hinten heraus dennoch sehr, sehr fein. Vielschichtig, tiefgründig und monumental!

97 von 100 Willipunkten.

Freitag, 1. März 2013

Willi Igel testet Gallo Cabernet Sauvignon



Weh-Weh-Weh Willis Wein Werkstatt

Heute auf der Hebebühne: Ernest and Julio Gallo Frei Ranch Vineyard „Single Vineyard“ 1995 Cabernet Sauvignon, Dry Creek Valley, Sonoma County

Die Bahn AG ist dialektisch nicht mehr voll auf der Höhe, fürchte ich. Es fing ja alles an mit der Wagenreihung. Die stand früher mal am Wagenstandsanzeiger ausgeschildert und dann wusste man wo der Wagen so ungefähr zu stehen kommen würde, für den man seine Platzkarte gekauft hatte. Bis dann vor einigen Jahren die Bahn mit diesen Durchsagen begann. „Der Zug verkehrt heute mit abweichender Wagenreihenfolge“. Na gut, Ausnahme von der Regel, kann mal vorkommen. Ein serviceorientiertes Unternehmen würde vielleicht noch mit ansagen, in welcher Reihenfolge die Wagen denn statt dessen heute hinter der Lok aufgefädelt sind, aber, hey Leute, wir reden hier von der Bahn, also gibt’s das natürlich nicht.

Nur dummerweise ist bei den ICEs inzwischen die Ausnahme zur Regel mutiert. Will man von Köln nach Frankfurt fahren, wird in etwa 72 Prozent der Fälle der Zug in abweichender Wagenreihenfolge verkehren. Bahn, Ihr Spaßgranaten, merkt Ihr was? Die abweichende Reihenfolge ist gar nicht mehr die abweichende. Jedenfalls nicht im Sinne einer Regel-Ausnahme-Betrachtung. Vielleicht solltet Ihr also Eure Durchsagen anpassen – „Vorsicht, der Zug verkehrt heute wie üblich wieder in der normalen Reihenfolge, also nicht in der an den Wagenstandsanzeigern ausgeschilderten.“ Und: „Achtung, der Zug fährt heute in abweichender Wagenreihung, also ausnahmsweise einmal so wie ausgeschildert!“

Damit nicht genug, die Bahn hat ja auch Fahrkartenautomaten. Bei uns in Bonn-Mehlem zum Beispiel steht einer. Auch da kam ich heute ins Grübeln. Weil der nämlich fast immer anzeigt, dass er defekt ist. So dass man vermuten muss, dass die eigentliche Funktion des Automaten gar nicht im Auswerfen von Fahrkarten besteht, sondern in der Defektanzeige selbst. Und da spätestens wird’s philosophisch. Ist ein Gerät denn überhaupt defekt, wenn die eigentliche Aufgabe darin besteht, den eigenen Defekt anzuzeigen? Müsste das Gerät nicht gerade dann anzeigen, dass es defekt ist, wenn es ausnahmsweise einmal als Fahrkartenverkaufspunkt funktioniert? Weil dann ja die eigentliche Funktion als defekt-Anzeige gerade nicht funktioniert? Und ist es nicht eine glatte Lüge, den eigenen Defekt zu behaupten, wenn die Defektanzeige die Regelfunktion ist und demnach gar kein Defekt vorliegt? Hmm, alle Kreter lügen, aus der Denkschleife kommt der Grube frühestens wieder heraus, wenn Stuttgart 21 fertig gestellt und der Münchner Hauptbahnhof näher an Bayern, an die bayerischen Städte herangerückt ist.

Wobei, jetzt könnte einer ja auf die Idee kommen und die Sinnfrage stellen. Also so etwa in dem Sinne, ob die Bahn nicht in Wahrheit doch Fahrkarten verkaufen will und nur einfach so kotzgrottenschlecht ist, dass sie ihre Automaten bloß jeden fünften Sonntag im Monat einmal ans Laufen kriegt. Aber das wäre zu einfach, denn die Defektanzeige ist ja verbunden mit dem Hinweis, man möge den Defekt bitte über eine gebührenpflichtige Hotline telefonisch melden. Und das ist doch eine raffinierte Nummer – die deutsche Obrigkeitsliebe wird schon dazu führen, dass da hunderte am Tag durchklingeln. So dass man also neben den Einnahmen aus dem erhöhten Beförderungsentgelt, das man denen abnimmt, die wegen des defekten Automaten notgedrungen zu Schwarzfahrern geworden sind, auch noch die Telefonkohle einsackt. Ganz ohne Gewinnspiel mit sinnfreien Fragen und ohne dass sich dafür im Nachtprogramm einer die Seele aus dem Leib schreien und Buchstaben verkaufen muss.

Kurzum, liebe Leute, die Bahn hat doch ein Rad ab. Das erklärt auch Eschede damals…

Überhaupt, immer dieser Etikettenschwindel! Gibt’s ja nicht nur bei der Bahn und bei der Lasagne. Die Gallos machen das auch. Die kennt man doch eigentlich nur als Abfüller einer Cola-artigen Billigplempe. So ein Gallo-Etikett ist fast so etwas wie eine Defektanzeige – sorry, diese Flasche ist mit der derzeitigen Befüllung leider nicht in der Lage, trinkbaren Wein auszuschenken. Bitte melden Sie das unter der gebührenpflichtigen Hotline dem nächstgelegenen Bio-Eier-Erzeuger!

So staunte ich nicht schlecht, als mir der Scheff neulich eine Pulle Gallo in die Hand drückte und meinte, das sei mal etwas Besonderes aus dieser kalifornischen Fabrik. Und, ja, das duftet ja schon mal gar nicht so übel! Kräutrig-mineralische Einschläge finden sich da, Schlehen, Ginster, Macchia, cabernetige Paprika, auch eine gute Schaufel teerige Mineralität. Mit etwas mehr Luft kommt auch noch eine rumtopfige Komponente hinzu, die für den Gaumen eine recht satte Süße verheißt. Insgesamt kräftiger Duft, tief und satt, eher fein als neuweltig-kompottig. Mit mehr Luft wird die Geschichte immer mineralischer, plötzlich steht da fast eine Bordeauxfanfare in meinem Riechkolben, erinnert ein wenig an Las Cases.

Am Gaumen schöne Fruchtsüße im Anklang, fein, verspielt, rotbeerig, dahinter auch mit reifer, leicht süßlicher Heidelbeere unterwegs. Saftig, fein, das ist fast so etwas wie ein burgundischer Bordeaux. Weil zwar cabernetig und mit noch immer recht prägnanten, feinen, reifen Tanninen unterwegs, dahinter aber auch schon mit Waldboden und unterholzigen Reifetönen. Bei der Länge gibt es einen kleinen Abstrich, da macht er im Abgang eine kleine Abmagerungskur, zurücktreten von der Bahnsteigkante, Blitz-Diät, schwupp schnallen die Rezeptoren den Gürtel drei Löcher enger. Aber wunderbar elegant ist das Ganze schon, mit einer prima Balance zwischen Fruchtsüße, Säure, Würze und Mineralität. Vor allem in der Mitte ist er am Gaumen für zehn, zwanzig Sekunden fast perfekt und wirkt wie ein ziemlich großer Bordeaux aus 1995 oder 1996. Perfekt auch der Alkohol, mit 13,5 Prozent endlich mal wieder ein Neuweltler ohne Marmelade und Killersprit. Viel balancierter als reine Cabernets es ansonsten gerne einmal sind, die Aromen verkehren heute in umgekehrter Reihung. Kommt mit Luft ungefähr eine halbe Stunde lang noch weiter und weiter aus der Deckung, wird weicher und intensiver, ehe dann plötzlich die Oxidation einsetzt und ihn hinten ein wenig wegwelken lässt. Da wirkt er dann eher wie ein Bordeaux aus den Sechziger als wie ein Las Cases aus den Neunzigern.

90 von 100 Willipunkten.